Wie der Münchener Opernregisseur Roland Schwab eskaliert. Augenzwinkernd …

Wie der Münchener Opernregisseur Roland Schwab eskaliert. Augenzwinkernd …

Roland Schwab. Foto: Sabina Przybla

Kreativität in Notzeiten. Das passt zu diesem Fall, der höchst wahrscheinlich noch von keinem Radar erfasst wurde! Einem Regisseur brechen alle Produktionen weg. Also komponiert er, um Dampf ab zu lassen. Dabei darf es ordentlich krachen. Jedenfalls bei Roland Schwab. Der Münchener Regisseur hat einen Zyklus von 10 Eskalationen für zwei Klaviere komponiert! „Rabiat, sarkastisch, humoristisch“, so Schwab. Er ist davon überzeugt, das immer Neues zu schaffen sei, auch im tiefsten Frust. Bevor er in seinen Kreativ-Keller abtauchte, ist Schwab aber erst einmal ordentlich in die Luft gegangen – wie Sie in dieser neuen Folge des Podcast favori. Musiker unter dem Radar erfahren. Wie der Münchener Opernregisseur Roland Schwab eskaliert. Augenzwinkernd … weiterlesen

Norbert Rodenkirchen: Knochenflöte trifft auf Sinusschwärme

Knochenflöte trifft auf Sinusschwärme

Norbert Rodenkirchen ist Flötist, Arrangeur und Komponist und gern unterwegs, um auf nicht alltäglichen Wegen Klänge aufzuspüren. Nachdem ihm ein Flötenbauer eine archaische Knochenflöte gebaut hat, hat er sich die Spielmöglichkeiten darauf natürlich selbst erarbeitet. Warum er sich mit der Knochenflöte aktuell ins Neandertal zur Fundstelle unseres Urahnen aufgemacht hat, und davon inspiriert Klänge synthetisiert“ hat, erfahren Sie in diesem Podcast favori. Und bekommen auch ein paar Klangeindrücke aus dem „Amphitheater Neandertal“.

Norbert Rodenkirchen. Foto: Heiko Specht

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Mit Körper, Seele und Klang im Raum! Holger Maik Mertin bespielt Sankt Gertrud in Köln

Mit Körper, Seele und Klang im Raum! Holger Maik Mertin bespielt Sankt Gertrud in Köln

Es gibt Musiker, die in kein Raster passen, weil sie die Raster, sprich Konventionen fliehen. Sie wollen beispielsweise keine herkömmlichen Konzerte gegen Eintritt, mit gesetzter Länge, als Solist vor ruhig sitzendem Publikum geben. Holger Maik Mertin ist ein solcher Musiker, in Olpe geboren, inzwischen auf der Welt zuhause, wo er Räume bespielt, in Museen (siehe das Titelbild vor dem Rautenstrauch-Jost Museum in Köln), in Kirchen, dazu reist er in Städte wie Istanbul, demnächst nach Pristina in den Kosovo. Wie und warum er das macht, das erzählt er im folgenden podcast favori „Musiker unter dem Radar“, für das er exklusiv auch einen speziellen Kirchenraum bespielt hat. Mit Körper, Seele und Klang hat Holger Maik Mertin Sankt Gertrud in Köln bespielt. (Von Sabine Weber)

Deckenausschnitt von Sankt Gertud in Köln. Foto: Holger Maik Mertin

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Gounods “Faust” mit EKG-Befund und gesprochenen Dialogen

Im Saal 1 im Staatenhaus bilden langgezogene schwarze Ellipsen als Rahmen hintereinander gebaut die Bühne.  Ein magischer Raum mit Tiefe. Vorne sitzt das Gürzenich-Orchester. Wann eine solche Großbesetzung zuletzt zu erleben war, können wir kaum noch erinnern: großer Streicherapparat, doppeltes Holz, vier Harfen, gewaltiges Blech, eine zwei-manualige Orgel mit Fußpalen, eine oftmals wirbelnde Pauke, auch das für die französischen Revolutionsorchester erfundene schaurige Riesen-Tam-Tam hat nicht gefehlt. Links im Raumhintergrund versteckt bis hinter die Tribünenränge der Chor. Eine opulente Premiere also, die mit der frühen Faust-Fassung, also gesprochenen Dialogen (siehe das Interview mit Dramaturgin Birgit Meyer), auch in neue Dimensionen vorstößt! Und François-Xavier Roth spricht für den Teufel, während er mit seinem dunkelgrünen Faber-Castell-Bleistift Orchestermassen und Bühnengeschehen unter Obacht hält! (Von Sabine Weber) Gounods “Faust” mit EKG-Befund und gesprochenen Dialogen weiterlesen

„Singularity“ von Miroslav Srnkas, ein SciFi fürs Cuvillés-Theater

Es ist schon Miroslav Srnkas dritte Oper für die Bayerische Staatsoper: 2011 debütierte der damals 36-jährige tschechische Komponist als Musikdramatiker mit „Make no noise“ nach dem Film „The Secret Life of Words“ von Isabel Coixet während der Münchner Opernfestspiele, Schauplatz: eine Bohrinsel. Die erfolgreiche Kammeroper wurde 2016 bei den Bregenzer Festspielen nachgespielt. Im gleichen Jahr folgte die Uraufführung von „South Pole“ im Münchner Nationaltheater mit Rolando Villazón und Thomas Hampson als Scott und Amundsen auf Südpol-Expedition, 2017 neuinszeniert in Darmstadt. Und nun wieder eine Kammeroper – für das Ensemble des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper im Cuvilliés-Theater! (Von Klaus Kalchschmid) „Singularity“ von Miroslav Srnkas, ein SciFi fürs Cuvillés-Theater weiterlesen

Eine Frage der Fassungen! Zur Premiere von Charles Gounods „Faust“– klassikfavori im Gespräch mit der Dramaturgin Birgit Meyer

(05.06.2021, Kölner Oper) Die aktuelle Produktion findet heute im Staatenhaus sogar vor Publikum statt! Eine Deutsche Erstaufführung wurde angekündigt. Kurz vor der Premiere konnte ich Birgit Meyer treffen und die Kölner Intendantin über Ihre Arbeit als Dramaturgin befragen. (Das Gespräch fand am 4. Juni 2021 in der Interimsstätte der Kölner Oper im Staatenhaus statt) Eine Frage der Fassungen! Zur Premiere von Charles Gounods „Faust“– klassikfavori im Gespräch mit der Dramaturgin Birgit Meyer weiterlesen

Der Bann ist gebrochen. Roland Schwab im klassikfavori-podcast über seine Bajazzo-Regie für Essen

Roland Schwab. Foto: Sabina Przybyla

Vor zwei Jahren hat der bayerische Regisseur Roland Schwab fürs Aalto-Theater in Essen Verdis „Otello“ inszeniert. Jetzt Ruggiero Leoncavallos „Bajazzo“ (siehe die klassikfavori-Premierenkritik). Unmittelbar nach der Premiere hat sich Roland Schwab zu einem kleinen Interview bereit erklärt. Noch etwas mitgenommen von der Premiere – „der Bann ist gebrochen!“ – klopft er heftig auf den Tresen und macht sich erst einmal Luft über einen besonderen Tag, der fürs Glück düster schwarze Farben bekommen musste. Der Bann ist gebrochen. Roland Schwab im klassikfavori-podcast über seine Bajazzo-Regie für Essen weiterlesen

Roland Schwab inszeniert den “Bajazzo” als düster-schwarze Tragikomödie für Essen

(Titelfoto: Matthias Jung) Das Abonnements-Publikum haben wir in Essen doch immer eher als reserviert erlebt. Nach der kurzfristig freigegebenen Premiere am Aalto-Theater stehende Ovationen! Ruggiero Leoncavallos „I Pagliacci“ – „Der Bajazzo“ – ist ja auch ein Publikumsstück. Mit herrlich eingängiger Musik. Und der berühmtesten Tenor-Arie aller Zeiten. Angeblich ist das die erste Arie, die je auf Schallplatte gebannt wurde. „Ridi Pagliacci – Lache Pagliacci“! Zu Lachen gibt es allerdings wenig. Regisseur Roland Schwab taucht die zwei Akte von etwas über 70 Minuten Länge in bitter-düsteres Schwarz und inszeniert mehr Tragik als Komödie, die auf einer Bühne auf der Bühne stattfindet. Bajazzo liegt von vornherein in Ketten, an denen sein Gegenspieler Tonio zerrt. (Von Sabine Weber) Roland Schwab inszeniert den “Bajazzo” als düster-schwarze Tragikomödie für Essen weiterlesen

Eötvos dirigiert erstmals das Gürzenich-Orchester. Isabelle Faust ist die Solistin in seinem Violinkonzert „Alhambra“

(Titelfoto: Holger Talinski. Peter Eötvös vor dem Gürzenich-Orchester. ) Ein dirigierender Komponist und eine Star-Solistin locken ins erste Philharmoniekonzert nach dem dritten Lockdown. François-Xavier Roth, GMD des Gürzenich Orchesters, ist eigentlich in der Interimsoper im Staatenhaus mit Gounods „Faust“, diesen Samstag ist Premiere, vollauf beschäftigt. Doch da fliegt der Chef léger in Jeans und T-Shirt auch schon aufs Podium vor die Musiker, hebt begeisternd die Arme, juvénile bauchfrei, und ruft in den Saal: „Sehr Herzlich Willkommen!“ Dieser Mensch bebt vor Begeisterung für Eötvös, den er als Jugendlicher in Paris vor dem Ensemble Contemporain erlebt hat, wie er erzählt. Applaus vom Abstandspublikum, das sich in der ganzen Philharmonie streut. Die Freude ist allseits zu verspüren. Hier sein zu dürfen, und Peter Eötvös und Isabelle Faust zu erleben, die zuerst Eötvös‘ drittes Violinkonzert  spielen wird. (Von Sabine Weber)
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Reimanns “Lear” mit phonstarkem Heidegewitter in München! Und Live-Publikum dabei

Die Titelfigur seiner dritten Oper, Lear, komponiert der Berliner Komponist Aribert Reimann Dietrich Fischer-Dieskau auf den Leib. Das Libretto zu diesem “tief pessimistischen Drama von Undank, Wahn und Machtgier von Menschen” (Kurzt Honolka in seiner Uraufführungskritik) legte Claus H. Henneberg vor. Die Vorlage ist William Shakespeares “King Lear”. Den König lassen Henneberg und Reimann im Titel weg. Reimann vertont mit “subtiler Brutalität” (Claus H. Henneberg), legt allerdings gewaltig statische vierteltönig aufgefächerte Klangflächen an, arbeitet mit Blechattacken oder heftigen Orchesterexplosionen aber auch mit beklemmenden Streicherunisoni und einer herzzerreißenden Altflöten-Kantilene. Im Auftrag der Bayerischen Staatsoper (Intendant August Everding) komponiert, geht “Lear” am 9. Juli 1978 erstmals über die Staatsopern-Bühne. Am 23. Mai 2021 hat “Lear” eine Neuproduktion am Ort der Uraufführung erfahren. Klaus Kalchschmid und Sabine Weber kamen für das podcast favori. Die Oper der Woche in die zweiten Aufführung hinein!
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