Archiv der Kategorie: CD-Besprechungen

„Au Monde!“ Daniel Zapico bearbeitet Prachtstücke aus Versailles für die Theorbe und versetzt den Hörer in profunde Schwingung

Klassikfavori wünscht allseits einen guten Start ins Neue! Hier mit einer Geschichte, die im letzten Jahr beginnt: Kurz vor Weihnachten schickt mir ein Kollege eine CD, die erst einmal liegen bleibt, die Ferien über auf dem Stapel wartet, dann im Neuen Jahr wie nebenbei in den Player wandert und bereits bei den ersten Tönen innehalten lässt. Horchen und Staunen ob der Klänge. Tief, profund, dennoch weich und französisch, bekannt und doch ganz anders. Hits aus der Zeit des französischen Stile Classique – ich gebe es gleich zu, meine Lieblingsepoche! – bearbeitet von dem asturischen Theorbisten Daniel Zapico für sein Instrument! (Von Sabine Weber) „Au Monde!“ Daniel Zapico bearbeitet Prachtstücke aus Versailles für die Theorbe und versetzt den Hörer in profunde Schwingung weiterlesen

Kurz vor Weihnachten: Neue CD Aufnahmen mit Jaroussky und Orlinski

Sie gehören beinahe zwei Generationen von Countertenören an und doch singen Philippe Jaroussky, geboren 1978, und der gerade mal 30 Jahre alte Jakub Józef Orlinski in einer, und beide in der höchsten Liga: Hier der erfahrene Franzose mit einer kaum mehr überschaubaren Diskographie, dort der Newcomer aus Polen, der freilich auch schon großartige Auftritte auf den Bühnen Europas – und zuletzt in der Met – hatte, sowie bereits zwei fantastische Solo-Alben veröffentlicht hat. Mit „Anima Aeterna“ knüpft er an seine Debüt-CD „Anima Sacra“ von 2018 an. (Von Klaus Kalchschmid) Kurz vor Weihnachten: Neue CD Aufnahmen mit Jaroussky und Orlinski weiterlesen

Eine Ausnahmesängerin! Julia Varady zum 80. Geburtstag!

Julia Varady zum 80. Geburtstag. Eine 10 CD Box der Orfeo-Recording.

Heute feiert Julia Varady ihren 80. Geburtstag! Eine 10 CD-Box der Orfeo-Recordings durchstreift das Lebenswerk dieser großen Sängerin. Klaus Kalchschmid mit persönlichen Eindrücken einer Bühnenpersönlichkeit, die ihm Mitte der 1970er zum ersten Mal begegnet ist. Eine Ausnahmesängerin! Julia Varady zum 80. Geburtstag! weiterlesen

Seliges Fest! Les Escapades kommt mit der Weltersteinspielung von Strattners Geistlichen Konzerten heraus

100 Jahre Entwicklung liegen zwischen Heinrich Schütz (*1585), dem Erfinder des Geistlichen Konzerts, und Johann Sebastian Bach (*1685), Schöpfer des gewaltigsten Kantatenwerks aller Zeiten. In dieser Zeitspanne ist Deutschland was Kirchenmusik angeht ein reges Experimentierfeld. Vielfältige Kirchenmusikwerke beflügeln die Entwicklung. Komponiert für Fürstenhöfe, in Städten, für Kirchen. Motetten, geistliche Vokalwerke, geistliche Kompositionen, Psalmvertonungen oder eben geistliche Konzerte, weil Instrumente mittun. Auf seiner neuen CD fügt das Gambenensemble Les Escapades einen Komponisten hinzu, der zu Unrecht vergessen und fortan nicht mehr überhört werden kann. Georg Christoph Strattner. (Von Sabine Weber)

Weltersteinspielung geistlicher Werke von Georg Christoph Strattner beim Label Christophorus

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Sanftmut und Melancholie. Kaori Uemura offenbart die Seele der Viola da gamba

ist der Mensch und bedeutet in Melancholie versunken. In der japanisch-chinesischen Kanji-Kaligraphie zusammengesetzt (wie das englische “You” ausgesprochen) bedeuten sie Milde und Sanftmut oder Freundlichkeit.ist also ein ästhetisches und ein beseeltes Zeichen zugleich. Und ist das Markenzeichen von Kaori Uemuras erster solistisch eingespielter CD. Sie erscheint Anfang Februar beim Label RAMÉE. Und sie ist mit derart seelenvoll gespielter Musik gefüllt, dass frau – selbst Gambistin – darnieder knien möchte. Für das Verständnis der großartigen Gambenmusik eines Tobias Hume, Vater und Sohn Sainte-Colombe, Marin Marais, Carl Friedrich Abel oder Georg Philipp Telemann ist keine Kaligraphie von Nöten. Aber das Zeichen bringt doch zum Ausdruck, was den Charakter oder den Seelenklang der Viola da gamba ausmacht. Jedenfalls, wenn man so spielt wie Kaori Uemura. Ein Hauch Melancholie ist natürlich mit im Spiel. (Von Sabine Weber)

Beim Label RAMÉE (Outhere-Music) aufgenommen. Erscheint Anfang Februar

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Ein überdrehtes Genie und seine eine Symphonie! Das Gürzenich Orchester Köln hat die Symphonie in E-dur von hans Rott aufgenommen!

Abgelehnt, wütend, dann wahnsinnig geworden. Mit 26 Jahren tot. Der österreichische Komponist Hans Rott, ein Zeitgenosse Gustav Mahlers, ist ein tragischer Fall. Das Gürzenich-Orchester in Köln hat sich für das Label CAPRICCIO seiner einzigen Symphonie in E-dur angenommen und gewaltigen Klängen, die zwischen Meistersinger-Festwiese, Parsifal-Entrückung und derbem Ländlertanz chargierend sich zu einer Riesenschlange formen. Das Gürzenich-Orchester zaubert und entfesselt, was es zu entfesseln vermag. Letztes Jahr ist eine erste Hans-Rott-CD vorausgegangen mit Orchestervorspielen und -Suitensätzen. (Von Sabine Weber) Ein überdrehtes Genie und seine eine Symphonie! Das Gürzenich Orchester Köln hat die Symphonie in E-dur von hans Rott aufgenommen! weiterlesen

Beethrifft: Shybayeva nimmt Beethovens Klavierkonzerte ohne Orchester mit Streichquintett auf


Das 3. und 4. Klavierkonzert sind 2019 erschienen. Jetzt ist die zweite Beethoven-CD von Hanna Shybayeva mit dem 1. Klavierkonzert beim Label Naxos herausgekommen. Die Pianistin Shybayeva hat alle Klavierkonzerte Ludwig van Beethovens auf dem Schirm. Am Flügel! Aber nicht vor Orchester. Shybayeva lässt sich von einem Streichquintett begleiten. Die Bearbeitungen von Vinzenz Lachner sind historisch und offenbaren eine neue Sichtweise auf die Bedeutung der Orchesterfaktur im Verhältnis zum Solopart des Klaviers. Wie die Aufnahme von Pianistin Sophie-Mayuko Vetter hat Shybayevas Beitrag fürs Beethoven-Jahr jedenfalls einen Kick. Sie hat auch ihren eigenen Kopf. Im folgendem Interview lernen Sie Hanna Shybayeva kennen. Zufälligerweise habe ich sie beim Abhören ihrer ersten Aufnahmesession von Beethoven 3 und 4 in Köln getroffen. Das war im Juni letztes Jahr. (Die Fragen stellt Sabine Weber) Beethrifft: Shybayeva nimmt Beethovens Klavierkonzerte ohne Orchester mit Streichquintett auf weiterlesen

Winterreise(n)! Rezitiert zu atmosphärischen Improvisationen von Laute und Saxophon. Und im Schubert-Original von einem jungen Klavierlied-Duo, das sich auf dem Cover in Pose bringt

Winterreise(n)! Rezitiert zu atmosphärischen Improvisationen von Laute und Saxophon. Und im Schubert-Original von einem jungen Klavierlied-Duo, das sich auf dem Cover in Pose bringt weiterlesen

Zerbrechliche Eleganz! Das Quatuor Ardeo leuchtet Schubert und George Crumb auf seiner neuen CD „XIII” berückend schön aus

Zerbrechliche Eleganz! Das französische Quatuor Ardeo leuchtet Schubert und George Crumb auf seiner neuen CD "XIII" berückend schön aus!

Ardeo, lateinisch, bedeutet „ich brenne“! Allerdings verbrennt sich hier niemand. Im Gegenteil. Die vier französischen Streicherinnen setzen auf einen unerhört intimen, zum Teil fein versponnenen Klang. Auf Aufwallung und Ausbrüche wird dabei keinesfalls verzichtet. Extreme Klangregister werden in George Crumbs berühmten Streichquartett „Black Angels“ gezogen. Dieses Werk steht im Fokus der neuen CD unter dem Titel „XIII”. Der Klang bleibt in gewisser Weise selbst dann noch elegant wenn es kratzt, quietscht und in den höchsten Tönen deliriert. Ausgerufen wird sogar oder laut gezählt (auf Deutsch) oder auf ein chinesisches Tamtam gehauen. Der verstörend fahle, ungemein berührende Streichersound ist es dann, der die Nähe zwischen Crumb und Schubert kreiert. Vielleicht, weil er ein Gefühl für das, was unser Unterbewusstsein anspricht vermittelt? Das klangschöne Pianissimo macht keiner diesen exzellenten Musikerinnen jedenfalls so schnell nach. (Von Sabine Weber) Zerbrechliche Eleganz! Das Quatuor Ardeo leuchtet Schubert und George Crumb auf seiner neuen CD „XIII” berückend schön aus weiterlesen