Peter Ronnefeld? Nie gehört! Dessen Oper „Ameise“, an der Oper am Rhein in Düsseldorf unter Ronnefelds Leitung 1961 uraufgeführt, soll eine heftige Schlacht zwischen Pfiffen, Buh- und Bravorufen gewesen sein. Vier Jahre später war die Opernkarriere schon am Ende. Ronnefeld starb 1965 mit nur 30 Jahren. Das Theater Bonn zeigt, wie genial der Opernkomponist Ronnefeld war. Und dass er mit Librettist Richard Bletschacher Absurdes, Groteskes, Komödiantisches, Lyrisches und Tragisches unter Beteiligung eines großen Chores elegant in einen Ablauf bringt. Große Koloratur verbindet sich mit Clusterflächen und musikalischem Witz. Wenn beispielsweise eine Arie mit Tuba und Kastagnetten oder ein 12tönigen Boogie-Woogie-Blues serviert wird. Pralles Theater vom Feinsten. (Von Sabine Weber)
Saul. Ein biblisches Oratorium im Kölner Bildersturm von Barrie Kosky
Ein biblisches Oratorium in der Folge der in London gefeierten Haydnschen Oratorien! Händels Saul hat große Chornummern und macht aus dem alttestamentliche König Saul einen bühnenfähigen Tragöden. Die Regie geht auf eine 10 Jahre alte Inszenierung von Starregisseur Barrie Kosky vom Glyndebourne Festival zurück, die in diesem Jahr mitsamt Bühnenbild und Kostümen von Donna Stirrup in einer Revival-Erarbeitung auf Tournee ist. Das Gürzenich Orchester ist mit Andreas Gilger, Orgel und Cembalo, sowie zwei Theorbenspieler im Continuo um Barockspezialisten ergänzt. Die Leitung hat Rubén Dubrovsky, der sich in Köln in vorangegangenen Produktionen als Händelspezialist bewährt hat. Aber alles wurde in den Schatten gestellt durch eine Bildmächtige Flut und eine Regie, die auch ohne Musik funktioniert hätte. (Von Sabine Weber)
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Das Kölner „Rheingold“ ist als Märchen und Comic aufgezogen!
… und 13 Kinder auf der Bühne sollen in der Inszenierung von Paul-Georg Dittrich das (Rhein)Gold sein. Aber hätte je ein Mächtiger dieser Erde im Kampf um das „Noch-mehr!“ – darum geht es im Rheingold und im gesamten Ring – nach diesem Schatz gegiert? Im Gegenteil, wir Bürger verschulden uns derzeit sogar ganz legal und bürden künftigen Generationen unsere Wohlstandschulden auf. (Von Sabine Weber)
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Kreative Klangsteigerung. Designierte Chefin des WDR Sinfonieorchesters gibt in Köln ein Statement ab
Noch ist beim WDR Sinfonieorchester (WSO) ja Chef-Interim. Nächste Spielzeit hat Marie Jacquot dann das WDR-Sinfonieorchester-Geschehen als Chefin dauerhaft im Griff. Erstmals ist eine Frau auf einen der beiden höchsten Orchester-Posten nach Köln bestellt worden. Und nicht nur Köln freut sich über diesen Glücksgriff, der schon jetzt international ausstrahlt. In der Kölner Philharmonie demonstrierte Jacquot letzten Freitag und Samstag (14. und 15. November 2025) schon mal, was kreative Programmzusammenstellungen bei ihr bedeuten können! (Von Sabine Weber) Kreative Klangsteigerung. Designierte Chefin des WDR Sinfonieorchesters gibt in Köln ein Statement ab weiterlesen
40 Jahre Concerto Köln! Wie war es am Anfang?
Concerto Köln (Titelbild von 1987. Foto: Jean-Michel Forest. Concerto Köln) blickt auf wahrlich viele musikalische Entdeckungen zurück. Am 28. Oktober 2025, kommenden Dienstag, wird in einem Jubiläumskonzert in der Kölner Phiharmonie gefeiert und die Händel-Oper „Flavio, Rè di Longobardi“ mit erlesenen Solisten entdeckt… Wie war es denn eigentlich am Anfang? Werner Erhardt und Gerald Hambitzer wissen das noch. (Von Sabine Weber)
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Die Puccini-Lulu heißt Manon Lescaut und wird in der Premierenproduktion der Oper Köln auf Händen getragen
Liegt es an der erotisch aufgeladenen Inszenierung von Carlos Wagner oder der umwerfenden Carolina López Moreno, ein dramatisch jugendlicher Sopran mit Ausstrahlung, sodass die Lefzen tropfen. Andrés Orozco-Estrada als neuer Gürzenich-Chef hat goldrichtig auf diesen Durchbruchserfolg des Opernkomponisten Puccini kurz vor der Jahrhundertwende gesetzt. Selbst die vorvorletzte Aufführung ist so gut wie ausverkauft! (Von Sabine Weber) Die Puccini-Lulu heißt Manon Lescaut und wird in der Premierenproduktion der Oper Köln auf Händen getragen weiterlesen
Auch die Opfer sind gewaltbereit! Verdis „Nabucco“ ist in Bonn ein fabulöser Saisonstart
„Nabucco“ ist am Rhein im Trend. Zufall? Letztes Jahr war dieser Verdi sowohl in Köln unter Regisseur Ben Baur als auch in Düsseldorf in einer bemerkenswerten Inszenierung von Ilaria Lanzino zu erleben. Jetzt hat das Theater Bonn am Tag der Deutschen Einheit seine Opernspielzeit 25/26 mit dem alttestamentlichen Drama in der Regie von Roland Schwab eröffnet. Und toppt die NRW-Serie mit einer in allem perfekten Premiere. (Von Sabine Weber) Auch die Opfer sind gewaltbereit! Verdis „Nabucco“ ist in Bonn ein fabulöser Saisonstart weiterlesen
Christoph von Dohnanyi! Er hatte was zu sagen
Und hier kommt das versprochene Exklusivinterview zum Beitrag beim DLF. Es war eine besondere Begegnung, damals im Excelsior (Februar 2019) und 40 Jahre nach seiner Zeit als Chefdirigent beim WDR. Fünf Jahre, von 1964 bis 1969, war er Chefdirigent des WSO. Das war vor 45 Jahren! Anfang September (2025) ist er mit 95 Jahren in München verstorben. Christoph von Dohnanyi dirigierte also zum letzten Mal in Köln. Da war er schon 84 Jahre alt. Damals, 2019, legte er immer noch die ihm eigene unbestechliche Präzision an den Tag. Sein gutes Gehör hat noch jedem Musiker in der hintersten Reihe Angst einjagen können. Dirigent Christoph von Dohnanyi darf als der letzte dirigierende Grandseigneur der Bundesrepublik gelten. Warum, das erfahren Sie in diesem podcast favori mit Sabine Weber. Anlässlich seines damaligen Konzerts in der Kölner Philharmonie im Februar 2019 habe ich ihn im Kölner Excelsior in seiner Suite für dieses Exklusiv-Interview besucht.
Festival Alte Musik Knechtsteden begeistert mit Francesco Conti beim Eröffnungskonzert
Dorothee Oberlinger und Ihr Barockensemble 1700 entfesseln mit der ersten neuzeitlichen Wiederaufführung von „La colpa originale“ von Francesco Conti Begeisterungsstürme. Die Solisten überzeugen in einer halbszenischen Aufführung. (Von Sabine Weber) Festival Alte Musik Knechtsteden begeistert mit Francesco Conti beim Eröffnungskonzert weiterlesen
Christoph von Dohnanyi. Der letzte dirigierende Grandseigneur der Bundesrepublik

Nach 45 Jahren kehrte er erstmals nach Köln wieder zurück, wo er von 1964 bis 1969 Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters war. Und dirigierte mit 84 Jahren sein ehemaliges Orchester noch immer mit der ihm eigenen unbestechlichen Präzision. Sein unbestechliches Gehör hat noch jedem Musiker in der hintersten Reihe Angst einjagen können. Dirigent Christoph von Dohnanyi darf als der letzte Grandseigneur der Bundesrepublik gelten. In der ersten Septemberwoche dieses Jahr (2025) ist er mit 95 Jahre in München verstorben. Anlässlich seines damaligen Konzerts in der Kölner Philharmonie im Februar 2019 habe ich ihn im Kölner Excelsior in seiner Suite für ein Exklusiv-Interview aufgesucht. Das Podcast wird demnächst veröffentlicht. Hier schon einmal der link zu meinem Nachruf beim DLF. Am 8 September ging er on Air…