Ein hyperintensives Soloprogramm mit der Geigerin Liv Migdal, Glanzmomente der französischen Oper im 18. Jahrhundert singt Chantal Santon und New York hat beim Jaro-Label den Blues!


Solistisches Violin-Repertoire ist hyperintensiv. Schon die Suggestion von Mehrstimmigkeit bei nacheinander gespielten Tönen, die sich im Ohr zu Melodien fügen, hat etwas Magisches. Akkordisches Spiel auf mehreren Saiten hebt die Limits der vier Saiten dieses Melodieinstruments auf. Ein “Trompe l‘oreille”, bei der die Hörer, so sie sich drauf einlassen, unwillkürlich mitwirken. Für die Solistin ist das Herausforderung pur. Die Anfang Dreißigjährige Liv Migdal aus Herne hat darauf eine souveräne Antwort. Direkt zur Rezension

Französische Barockopern sind Ausstattungsoper und auch heute Herausforderung für Regie- und Kostümfach nebst dem Bühnenbau. Das ist mit der letzten Rameau-Produktion “Les indes galantes” der Pariser Oper im hauseigenen live-streaming-Angebot derzeit noch zu erleben. Die Zeitumstände schaffen neue Angebote. Für die nach heutigem Verständnis oft magere Handlung gibt es Orchestermusik vom Feinsten. Und mit Grandezza. Es rumpelt schauerlich im Tumult und pfeift in den höchsten lieblichen Tönen. Ein Gewitter muss immer sein. Ebenso sind elegante, pfiffige und kollektive Tanzeinlagen ein „muss“! Ein Riesenchor ist gefragt bei Angst und Schrecken. Eifersucht und Wut sind zelebrierte Gefühlszustände. Herzergreifende Liebesbezeugungen in den Airs tendres aber das i-Tüpfelchen! Das ist alles auf der neuen Einspielung von Chantal Santon Jeffery, begleitet vom Purcell Choir und dem Orfeo Orchestra unter György Vashegyi auch zu hören. Direkt zur Rezension

Ein Abend in New York? Vielleicht jetzt besser nicht! Diese Stadt steht unter Schockstarre. Sie gilt aktuell als das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA, derzeit sogar weltweit, wie ich gerade lesen musste. Da kommt die CD An evening in New York mit ihrem leicht melancholischen Sound gerade recht. Eine Stadt, einsam wie in „I am Blue“, der sanft swingt. Mitsamt gezupftem Banjo-Solo! (Von Sabine Weber)
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Für alle Musikbegeisterte: Einige Hinweise auf kostenlos verfügbare Opern- und Klassikübertragungen

Nichts kann für Musikliebende den Besuch in einem Konzertsaal oder Opernhaus ersetzen.  Der Raum, die Atmosphäre, die Interaktion zwischen Publikum und Bühne. All dies ist derzeit nicht möglich.
Dennoch trotzen viele Häuser und Institutionen dieser Situation und bieten jetzt ein erweitertes Angebot an verfügbaren Aufzeichnungen von Opern und Konzerten an.
An dieser Stelle bieten wir Ihnen einen Überblick über online und kostenlos verfügbare Aufzeichnungen.
Wir haben gerade erst begonnen, die Liste zu erstellen. Sie ist also bei weitem nicht vollständig! Wir ergänzen sie im Laufe der nächsten Tage (letzte  Aktualisierung: 3. April).

Jetzt verwaist, aber bald wieder besetzt — ein Strapontin, ein Klappsitz in der Pariser Opéra Comique, der erst verkauft wird, wenn das Haus voll ist. Foto: Sabine Weber

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Geister-Vorstellung an der Oper in Dortmund! Aubers Die Stumme von Portici geht ohne Publikum über die Bühne. Ein Glück für das Ensemble und das Regie-Team um Peter Konwitschny, das zwei Monate intensiv geprobt hat!

Alle Partien – auch die großen Chorszenen – sind einstudiert, „ausgeprobt“, die Bühnenwege sind unzählige Mal abgeschritten, jede mimische Bewegung, jede Geste sitzt … die Bühnenaufbauten stehen, die Kulissen fahren, das Orchester ist präpariert… Zwei Monate intensiver Einsatz von Bühnenarbeitern, vom Ensemble, von Musikern, Dirigent, Regie-Team und dann … nichts? Für die freiberuflichen Solisten ist das eine Riesenkatastrophe! Auch wenn es eine Probenpauschale gibt, honoriert wird nur bei Aufführung. Wenigstens um den aufregenden Lohn intensiver Zusammenarbeit einer Premiere wollte der Dortmunder Opernintendant Heribert Germeshausen die Künstler nicht bringen. Er hat gegengesteuert, eine für die Stadt formal korrekte „Generalprobe 2“ ausgerufen, und sie dann gleich auch genutzt, um mit zwei Kameras zu filmen. Bis zur „Wiederaufnahme“ müssen zwei Monate überbrückt werden. Und eine handverlesene Schar von Journalisten durfte dabei sein! (Von Sabine Weber)

(13. März 2020, Oper Dortmund) Wir werden über den Bühneneingang hineingeschleust. Der Intendant begrüßt uns im leeren Foyer. Nach einer Lautsprecher-Ansage, dass alle Mitarbeiter des Theaters bitte jetzt den Zuschauerraum zu verlassen haben, verteilen sich geschätzt 20 Journalisten in die rot-bepolsterte Leere.

Die Dortmunder Oper. Foto: Sabine Weber

Geister-Vorstellung an der Oper in Dortmund! Aubers Die Stumme von Portici geht ohne Publikum über die Bühne. Ein Glück für das Ensemble und das Regie-Team um Peter Konwitschny, das zwei Monate intensiv geprobt hat! weiterlesen