Archiv der Kategorie: Konzert

I feel pretty in Salzuflen!

Gerade erst in Bad Salzuflen und schon im tiefsten „Lietholz-Blues“, weil einkaserniert in eine monumentale Reha-Anlage. Jeder poetische Moment ist diesem 70er Jahre-Bau kategorisch ausgemerzt (Pförtnerloge im Stil einer Bushaltestelle in Eingangshalle). Alles funktional, wirft es dennoch auf die Gretchenfrage zurück, warum bin ich bloß hier? … Aber da gibt es ja noch die wunderbare Konzerthalle im Kurpark. Und die Nordwestdeutsche Philharmonie, die hier aufspielt. Zum Neujahrstag! Natürlich krücke ich unverzüglich hin! (Von Sabine Weber)

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Marie Jacquot feiert begeisterndes Debüt beim WDR Sinfonieorchester

Von 2019 bis 2022 war Marie Jacquot erste Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Bald wird die zweiunddreissigjährige Französin an die Königlichen Oper Kopenhagen gehen. Aber ersteinmal hat sie ihr Debüt beim WSO gefeiert. Und sowohl in ihrem Programm wie Dirigat exquisit Einblicke in die Beziehungsvielfalt der französischen und deutschen Musik des späten 19. Jahrhunderts gegeben. (Von Jukka Höhe) Marie Jacquot feiert begeisterndes Debüt beim WDR Sinfonieorchester weiterlesen

Frauen-Komponisten in einem Liederabend-Event der besonderen Art

Am Tag der Gewalt gegen Frauen lädt Uta Christina Georg ein. Und das sympathische Urania Theater in Köln-Ehrenfeld füllt sich. Einer der fünf Gründe – eine Handvoll – wie die Mezzosopranistin ihrem Publikum süffisant lächelnd zur Begrüßung im Saal erklärt, sei natürlich dieser besondere Frauentag. Nicht, dass die Komponistinnen, um die sich der Abend dreht, Gewaltopfer gewesen seien. Aber solange überhört worden zu sein, sei immer wieder Grund, sie in den Vordergrund zu rücken. Und Uta Christina Georg hat zu deren Sichtbarmachung auch einen 17-minütigen Film gedreht, unterstützt von einem Neu-Start-Kultur-Stipendium. Auch dieser Film ist Teil des Programms, wie auch die Uraufführung eines Liedes für tiefe Stimme, drei Streicher und Klavier der Kölner Komponistin Camille van Lunen, die auch anwesend ist. (Von Sabine Weber) Frauen-Komponisten in einem Liederabend-Event der besonderen Art weiterlesen

75 Jahre WDR Sinfonieorchester und WDR Rundfunkchor! In der Kölner Philharmonie wird gefeiert!

Mehrmals an diesem Festkonzert-Abend wird daran erinnert, dass es ein Zeichen der Hoffnung war, in den Trümmern von Köln ein Rundfunkorchester, noch ohne Sendesaal, wieder spielen zu lassen. Die Trennung von WDR und NDR erfolgt erst 1956, das Kölner Rundfunksinfonieorchester spielt als Fraktion des NWDR-Orchesters aber schon seit 1947 auf. In Kinos, Zirkushallen, Gemeindesälen oder der Festhalle in Viersen, die den Krieg überstanden hat. 1951 dann im eigenen Sendesaal. 75 Jahre nach dem ersten Konzert – heute- in der Kölner Philharmonie unter seinem achten Chefdirigenten Cristian Măcelaru, der zur Veredelung des Abends – zuvor im Plenarsaal der Bezirksregierung noch mit dem Rumänischen Kulturverdienstorden geehrt wird. (Von Sabine Weber) 75 Jahre WDR Sinfonieorchester und WDR Rundfunkchor! In der Kölner Philharmonie wird gefeiert! weiterlesen

ZAMUS! Was ist Partimento? Oder: Continuospielen zu zweit im Konzertvortrag!

Bernardo Pasquini hat im ausgehenden 17. Jahrhundert nicht nur Opern und Oratorien komponiert, sondern sich didaktisch für seine Cembaloschüler eingesetzt. In Rom, wo er 60 Jahre gewirkt hat, lässt er Anleitungen zum Aussetzen des Basso continuos nach Ziffern in einem Traktat drucken, das, damit es nicht so langweilig wird, sogar für zwei Cembalisten ausgelegt ist, die sich im Doppel üben können. Oder in einer Art platonischem Dialog! Was es mit dem sogenannten „Partimento”, der Fachbegriff für diese Praxis, auf sich hat, haben jetzt Flóra Fábri und Andreas Gilger vorgeführt, die charakterlich nicht unterschiedlicher sein könnten und doch so zusammen gefunden haben, das fast nichts gefehlt hat. (Von Sabine Weber) ZAMUS! Was ist Partimento? Oder: Continuospielen zu zweit im Konzertvortrag! weiterlesen

Theatrale Sprachklänge! _hand werk gestaltet großartiges Musiktheater von und mit François Sarhan in der Feuerwache Köln!

Dem derzeit in Berlin lebenden französischen Komponisten François Sarhan (*1972) ist dieser Abend gewidmet. Sarhan ist nicht nur anwesend, sondern im zweiten Teil auch aktiv und trägt in „Telegrams from the Nose“ von 2011 Phrasen eines Schauprozesses vor, die Mitglieder des Zentralkomitee, unter anderem Stalin, gegen Genosse Bakhutin ins Feld geführt haben. Vor einer Wand von William Kentridge mit Zeitungsausschnitten, trägt Sarhan sie sogar auf russisch vor. Zu Schattenspielen und Scherenschnitten die gleichzeitig über die Tafel laufen. Sarhans „Symphony für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Violine, Cello und Klavier“ erlebt an diesem Abend im ersten Teil seine Uraufführung – mit den Stimmen aller Beteiligten von _hand werk! (Von Sabine Weber) Theatrale Sprachklänge! _hand werk gestaltet großartiges Musiktheater von und mit François Sarhan in der Feuerwache Köln! weiterlesen

Leise beglückende Stimmungen! – Ensemble Trai Tempi spielt Scelsi, Jaecker und Veltman

Was bedeutet es, wenn ein die Öffentlichkeit scheuender zeitgenössischer Komponist, dessen Stil eher sphärisch bis spirituell bezeichnet werden könnte, Trauerriten für mächtige historische und mythische Männer entwirft? Es bleibt wohl auf immer ein Rätsel, warum der in Rom 1988 gestorbene Giacinto Scelsi „I funerali di Carlo Magno” (Karl der Große) komponiert hat. (Von Sabine Weber) Leise beglückende Stimmungen! – Ensemble Trai Tempi spielt Scelsi, Jaecker und Veltman weiterlesen

Concerto Copenhagen unter Lars Ulrik Mortensen adelt die Brühler Schlosskonzerte mit Haydn

„Das blühende Leben“ steht als Überschrift über den drei Haydn-Sinfonien. Und als erstes überwältigt die Besucher seitlich des linken Schlossflügels ein üppig blühendes Blumenmeer in barock-symmetrischer Anordnung mit Wasserbecken und gestutztem Platanen-Umgang. Sich in diesem wogenden Blütenmeer, dann „nur“ Haydn vorzustellen, schien zunächst eine irgendwie puristische Angelegenheit. Aber puristisch blieb nichts im Stuck-umtosten Treppenhaus von Schloss Augustusburg. (Von Sabine Weber) Concerto Copenhagen unter Lars Ulrik Mortensen adelt die Brühler Schlosskonzerte mit Haydn weiterlesen

Helmut Lachenmanns „…Zwei Gefühle…” Und dieses Werk zweimal: aus gutem Grund!

(Helmut Lachenmann erläutert. Foto: Jukka Hoehe) Die Konzertankündigung von Helmut Lachenmanns ..Zwei Gefühle…” (Musik mit Leonardo) von 1992 klingt vielversprechend. Zudem ist der  Komponist anwesend und erklärt sein komplexes Werk, das vom Ensembles ColLAB Cologne unter Susanne Blumenthal mit Begeisterung aufgeführt wird. (Von Jukka Hoehe) Helmut Lachenmanns „…Zwei Gefühle…” Und dieses Werk zweimal: aus gutem Grund! weiterlesen

Das Linos Piano Trio philosophiert auf seinem Festival in der Kölner Orangerie über das Ende der Zeit!

Die Location des Linos-Festivals im Kölner Volksgarten hat von außen Vintage-Charme. Innen links geht man an einer minimalistischen Künstlergarderobe mit grauem Vorhang abgetrennt vorbei. 50 rote Polsterstühle sind im Raum in Reihen verteilt. Der zweite Festival-Abend ist ausverkauft, und vielleicht klingt der Raum deshalb akustisch so perfekt! Zeit ist das Festivalsmotto, und erst einmal rattern zum Einstieg Metronome mit- oder gegeneinander auf einem Podest, bis ihre Zeit abgelaufen ist. Dann ist Maurice Ravels „Le Tombeau de Couperin“ in Trio-Bearbeitung zu erleben. Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“ – mit Klarinettist Han Kim als Gast – macht in seiner Wucht und Eindrücklichkeit fast betroffen. (Von Sabine Weber) Das Linos Piano Trio philosophiert auf seinem Festival in der Kölner Orangerie über das Ende der Zeit! weiterlesen