Archiv der Kategorie: Konzert

Daniel Hope und das Züricher Kammorchester in Köln

Der Geiger Daniel Hope ist eine spannende Personalie. In Südafrika geboren, in England aufgewachsen, lebt er in Berlin und darf durchaus als populär gelten. Viele kennen ihn als WDR3-Autor und Moderator der Klassiksendung „Persönlich“. Über ihn ist ein Film gedreht worden. Er schreibt Bücher, ist Ko-Leiter eines US-Festivals, wo Klassik auf Folk trifft, und seit 2016/17 ist er künstlerischer Leiter des Züricher Kammerorchester (ZKO). Das heißt, er leitet das Kammerorchester vom ersten Geigenpult aus. Wenn er nicht als Solist ganz vorn steht. Hope hat seine Fans, wie bei seinem Kölnbesuch mit dem ZKO zu erleben war. (Von Sabine Weber) Daniel Hope und das Züricher Kammorchester in Köln weiterlesen

Kreative Klangsteigerung. Designierte Chefin des WDR Sinfonieorchesters gibt in Köln ein Statement ab

Noch ist beim WDR Sinfonieorchester (WSO) ja Chef-Interim. Nächste Spielzeit hat Marie Jacquot dann das WDR-Sinfonieorchester-Geschehen als Chefin dauerhaft im Griff. Erstmals ist eine Frau auf einen der beiden höchsten Orchester-Posten nach Köln bestellt worden. Und nicht nur Köln freut sich über diesen Glücksgriff, der schon jetzt international ausstrahlt. In der Kölner Philharmonie demonstrierte Jacquot letzten Freitag und Samstag (14. und 15. November 2025) schon mal, was kreative Programmzusammenstellungen bei ihr bedeuten können! (Von Sabine Weber) Kreative Klangsteigerung. Designierte Chefin des WDR Sinfonieorchesters gibt in Köln ein Statement ab weiterlesen

WSO – Saisonstart 25/26 mit Salome

Cristian Măcelaru hat gerade seinen Posten als Chefdirigent beim WDR Sinfonieorchester geräumt und ist schon wieder zurück! Und was für einen unerhörter Saisonauftakt lieferte er. „Salome“ von Richard Strauss. Das Orchester brodelte, vielleicht manches mal zu laut, aber immer eindrucksvoll. Die Solisten, Jennifer Holloway als Salome, Iain Paterson als Jochanaan, Tanja Ariane Baumgartner, Herodias, Gerhard Siegel, Herodes und Oleksiy Palchykov, Narraboth, waren eine Starbesetzung. Ein Rundfunkorchester lieferte Oper vom Feinsten. (Sabine Weber) WSO – Saisonstart 25/26 mit Salome weiterlesen

Fel!x 2025. Alte Musik in Köln mit Václav Luks

Und kuratiert von Václav Luks! (Titelfoto: Heike Fischer) Er ist eine Größe in der Alten Musik und vor allem in seinem Heimatland Tschechien. Ein Tausendsassa, Hornist, Musikwissenschaftler, Cembalist und Dirigent. Der schlaksig wirkende Musiker mit dichtem schwarzem Haar und Brille hat auf den ersten Blick etwas von einem genialisch, leicht verstörten Filmregisseur der Marke Roman Polanski. Das täuscht, denn glasklar ist sein Blick auf die Musik gerichtet, in der er nicht nur verwurzelt ist. Ganz und gar geht der bescheidene Mann in ihr auf. Böhmische Komponisten hat er auf seine Agenda gesetzt und mit historisch informierten Aufführungen für deren Wiederentdeckung gesorgt. Mit Werken von Jan Dismas Zelenka, Josef Mysliveček oder Georg Anton Benda begeistert er inzwischen die Podien Europas. (Von Sabine Weber) Fel!x 2025. Alte Musik in Köln mit Václav Luks weiterlesen

„Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“. Musikalisch eindrückliche Bitten der Hamburger Ratsmusik

 

Die Hamburger Ratsmusik in Sankt Aposteln. Foto: Nicola Oberlinger

Der Dreißigjährige Krieg, auf den sich diese zumeist in Norddeutschland entstandenen musikalische Bitten beziehen, ist längst ad acta. Und doch sind die Friedenswünsche aktueller denn je! Gambistin Simone Eckert und ihr Ensemble Hamburger Ratsmusik füllten die Sankt Aposteln Kirche am Tag vier des Romanischen Sommers vor allem mit exquisiter Ensemblemusik aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert. (Von Sabine Weber) „Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“. Musikalisch eindrückliche Bitten der Hamburger Ratsmusik weiterlesen

Romanischen Sommer: Klänge der Stille in Veltmanns erstem Streichquartett und Rauschender Orgel-Exzess mit Gamut Inc

Tra i tempi Streichquartett. Foto: Reinhard Doubrawa

(25. Juni 2025, Kunststation Sankt Peter, Köln) Das Konzert am Tag drei des Romanischen Sommers, in Kooperation mit der Kunststation Sankt Peter, überraschte in Facetten, Bezügen, und mit enormen Kontrasten. Normalerweise sind die Konzerte eine Stunde lang, dieses dauerte fast zwei. Und unterschiedlicher hätte die Musik nicht ausfallen können, die mit Streichquartettklängen bezauberte, mit superlativ angehäuften Player-Piano-Tönen faszinierte und mit gewaltigen computergesteuerten Orgelklängen überwältigte. Und es gab, auch dies ganz ungewöhnlich für Kölns etabliertes Sommerfestival, das die romanischen Kirchen mit Leben füllen soll, sogar drei Uraufführungen! Michael Veltmann, Komponist, Organist und künstlerischer Leiter der Kunst-Station sowie des Tra i Tempi Ensembles hat allerdings ein ausgefeilt ausgeklügeltes Programm zusammengestellt, eine Reise, auf die sich das Publikum begeistert einstellte, mit der Uraufführung seines ersten Streichquartetts im Fokus. (Von Sabine Weber) Romanischen Sommer: Klänge der Stille in Veltmanns erstem Streichquartett und Rauschender Orgel-Exzess mit Gamut Inc weiterlesen

Frenetische Raserei. Mäkelä und das Orchestre de Paris in Köln

Klaus Mäkelä. Foto: Wikimedia Commons

Das Orchestre de Paris gastierte in der Reihe „Internationale Orchester“ in der Kölner Philharmonie. Der mitgereiste Musikdirektor heißt Klaus Mäkelä, ist gerade mal 28 Jahre alt und hat sich, derzeit nämlich ebenfalls Chef beim Oslo Philharmonic und designiert beim Concertgebouworkest sowie beim Chicago Symphony Orchestra, in der ersten Liga voll etabliert. Es dürfte die alte Dirigiergarde in Angst und Schrecken versetzen. Bei ihm gibt es nämlich kein maniertes Rudern oder verzweifeltes Quirlen. Konzentriert und fokussiert sorgt er mit klaren Gesten und exaktem Timing für Übergänge vom Feinsten und dynamische Abstufungen in ungeahnten Extremen. So leise hat man die Trompeten noch nie gehört. Energisch ist er, wo es angebracht ist, und er gibt, wenn im größten gegenrhythmischen Tumult nötig, das Metrum auch mal mit beiden Armen wie in der ersten Dirigierlektion an. (Von Sabine Weber) Frenetische Raserei. Mäkelä und das Orchestre de Paris in Köln weiterlesen

Happy New Year! Der musikalische Gruß mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter Stenz zündet!

Wann hat zuletzt ein Kölner Orchester die Philharmonie bis auf den letzten Platz gefüllt? Und das Publikum kam voll auf seine Kosten. Ein klug zusammengestellter beschwingter Bogen von „Till Eulenspiegels lustigen Streichen“ bis zu DEM „Boléro“, gefüllt mit 3/4 Walzer- und 2/4-Marschtakten, im Zentrum Bernd Alois Zimmermanns „Rheinische Kirmestänze“ für 13 Bläser, lassen das Publikum aus den Sesseln aufspringen. „Und los!“ (Von Sabine Weber) Happy New Year! Der musikalische Gruß mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter Stenz zündet! weiterlesen

Melodisch-kontrapunktische Leitfäden. Das Linos Piano Trio eröffnet das 5. Linos Festival in Köln

Melodien aus unterschiedlichen Epochen fluten den backsteinernen Clara Keller, mal zwei, drei, vier oder sechsstimmig. Von Bach bis zeitgenössisch. Die insgesamt sieben Musiker sind immer wieder in Bewegung im Eröffnungskonzert des 5. Linos Festival für Kammermusik in Köln. Sätze aus Gabriel Faurés Klaviertrio und dessen zweiten Streichquartett, sowie die Uraufführung des Klaviertrios „Echo Chamber“ und „Unbenannt-2“ für Streichquartett der litauischen Komponistin Justina Repečkaitė sind Höhepunkte. (Von Sabine Weber)

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Deutsche Erstaufführung des Cembalokonzerts der Jüdin und Kölnerin Maria Herz mit Michael Hell als Solisten am 15. August: Das Shalom-Festival öffnet in der Kölner Flora seine Tore!

Cembalokonzerte im 20. Jahrhundert? Keine Seltenheit, sie waren sogar Mode, erklärt Michael Hell. Hell unterrichtet Generalbass und Cembalo an der Musikhochschule in Graz und verweist auf 10 große Cembalokonzerte, die er im Fundus hat. Angefangen bei Manuel de Falla, Poulenc, beide haben für Wanda Landowska als Solistin geschrieben. In Deutschland gibt es zwei von Hugo Diestler, in England hat der Hindemith-Schüler Walter Leigh ein Concertino für Cembalo hinterlassen, übrigens 1934 komponiert, ein Jahr vor der Fertigstellung des Konzerts von Maria Herz, die selbst eine hervorragende Pianistin war und es für sich selbst geschrieben haben könnte. Deutsche Erstaufführung des Cembalokonzerts der Jüdin und Kölnerin Maria Herz mit Michael Hell als Solisten am 15. August: Das Shalom-Festival öffnet in der Kölner Flora seine Tore! weiterlesen