Archiv der Kategorie: Oper

Aida als Historienstudie aus dem Blick französischer Kolonialisten und pianissimo Tönen in höchsten Lagen!

(18. Februar 2021, online-Premiere aus der Opéra national de Paris) Giuseppe Verdis Aida: zur Feier der Eröffnung des Suezkanals vom ägyptischen Vizekönig bestellt! 1871 in Kairo in einem gerade neu eröffneten Opernhaus aufgeführt! Aida ist ganz klar eine Festoper mit Pomp and circumstance. Aida als Historienstudie aus dem Blick französischer Kolonialisten und pianissimo Tönen in höchsten Lagen! weiterlesen

Sozialdrama mit Kindsmord – Leoš Janáčeks “Jenůfa” spielt sich in Berlin in eiskaltem Raum ab

Auch das macht digitale Technik möglich. Zwei Online-Premieren am selben Tag könnten wir Dank Aufnahmetechnik nacheinander verfolgen. Dann wird bekannt gegeben, dass die aktuelle Freischütz-Produktion aus München (siehe podcast-Besprechung) sowie diese Jenůfa aus der Staatsoper unter den Linden in Berlin sogar weitere 30 Tage im Stream kostenlos verfügbar bleiben! Beides Sozialdramen, die zu Morden führen. (Von Sabine Weber) Sozialdrama mit Kindsmord – Leoš Janáčeks “Jenůfa” spielt sich in Berlin in eiskaltem Raum ab weiterlesen

20 Shots of Opera. Junge irische Komponisten zeigen, was digitale Oper kann!

Was soll, was kann Oper in diesen Zeiten? Die Irish National Opera in Dublin hat ein bemerkenswertes Experiment durchgezogen. 20 junge irische Komponistinnen und Komponisten haben in ihrem Auftrag jeweils einen bis zu 8 minütigen Opernspot komponiert. Und sie zeigen nicht nur, was Oper für sie interessant macht und welche Themen sie umtreiben.  Die „20 Shots of Opera“, aufzurufen auf der Seite der INO, liefern ein bemerkenswertes Bild digitaler Kreativität. Für die Realisierung wurde Operngeschehen auf der Bühne nämlich nicht nur einfach abgefilmt. Designer, Trickfilmer, Ton- und Bildtechniker, über 160 Professionelle aus dem Theater-off, so verrät die INO auf ihrer Seite, haben mitgeholfen, ungewöhnlich vielfältige Ideen zu entwickeln und innerhalb von sechs Monaten fertig zu stellen. (Von Sabine Weber) 20 Shots of Opera. Junge irische Komponisten zeigen, was digitale Oper kann! weiterlesen

Die Opéra Comique mit Mondonvilles „Titon et l‘Aurore“ versilbert Schäferidylle und vergoldet Musik! Und kommt im Stream nach Hause!

Jean-Joseph Cassanéa de Mondonvilles „Titon et l‘Aurore“ ist selbst für romantische Opernfans eine märchenhafte Repertoire-Entdeckung. Zumal der musikalische Altmeister William Christie (ohne Mundschutz) sie leitet und das von ihm gegründete Ensemble Les Arts Florissants im Graben (mit schwarzem Mundschutz) musiziert. Der USAmerikaner aus Buffalo hat Ende der 1970er die Wiederentdeckung des Stile classique in Frankreich eingeleitet, entschieden vorangetrieben, unter anderem im Haus der Opéra Comique mit einer gefeierten Tragédie en musique von Jean-Baptiste Lully. Bis auf den heutigen Tag unvergessen ist dieser „Atys“. Ein ganz besonderes Augenmerk legte Christie aber stets auf Jean-Philippe Rameau. Dessen Balletteinlagen-Musik sei das Beste überhaupt, was diese Zeit hervorgebracht habe. Und ein Tambourin kann da mal fast aus der Kurve fliegen. Die Pastorale héroïque „Titon et l‘Aurore“ erinnert vom ersten Moment an die Wucht, den Schwung und die tänzerische Eleganz, die Vorgänger Rameau in seine Partituren gelegt hat. Mondonville verkörpert nach Lully und Rameau die dritte classique-Generation, die Christie erobert. Alle haben die französische Sprache in den melodischen Fluss eingefügt und umgekehrt, den melodischen Fluss an der Aussprache der französische Sprache orientiert. (Von Sabine Weber) Die Opéra Comique mit Mondonvilles „Titon et l‘Aurore“ versilbert Schäferidylle und vergoldet Musik! Und kommt im Stream nach Hause! weiterlesen

Live aus der Wiener Staatsoper als Stream: Hans Werner Henzes grandios leidenschaftliches Musikdrama nach dem Roman „Gogo no Eiko“ von Yukio Mishima mit Bo Skovhus

“Das verratene Meer”:  Am Ende gefriert das Bild über dem Anführer einer Jungs-Gang, der gleich den „Seemann, der die See verriet“ – so der deutsche Titel des Mishima-Romans „Gogo no Eiko“ – mit einem Hammer erschlägt. Black out und – Stille. Nacheinander Auftritt der sieben Sänger sowie einer Sängerin und – Stille. Zuletzt kommt Dirigentin Simone Young auf die Bühne und fordert ihre Musiker im Graben auf, aufzustehen. Da gibt es ein paar Geräusche, und wieder – Stille. (Von Klaus Kalchschmid) Live aus der Wiener Staatsoper als Stream: Hans Werner Henzes grandios leidenschaftliches Musikdrama nach dem Roman „Gogo no Eiko“ von Yukio Mishima mit Bo Skovhus weiterlesen

Favori aktuell: Die Züricher Premiere von Verdis „Boccanegra“ mit Gerhaher ist ab sofort auf Arte Concert als kostenloser VoD

(Foto: Monika Ritterhaus) Vor 50 Leuten hat die  Premiere von Giuseppe Verdis „Simon Boccanegra“ am Züricher Opernhaus stattfinden dürfen. Jetzt ist sie auf ARTE Concert bis zum 5. März 2021 als kostenloses Video on Demand verfügbar. Christian Gerhaher ist in der Titelrolle zu erleben. Inszeniert hat Andreas Homoki. Die musikaische Leitung hat Fabio Luisi in Händen. Und im Pausenbeitrag gibt es Einblicke in Corona-konforme neue technische Übertragungs-Errungenschaften, die schon beim Godunowv, der letzten Züricher Opernpremiere getestet wurden.

Zum Boccanegra-Stream

Favori aktuell: Das Nationaltheater Mannheim zeigt Hänsel und Gretel als TV-Premiere am 12.12.2020

Foto: Hans Jörg Michel

Die ursprünglich für Anfang November am Nationaltheater Mannheim geplante Premiere von Engelbert Humperdincks beliebter Märchenoper „Hänsel und Gretel“ als vierte White-Wall-Oper der Spielzeit 2020/21 konnte nicht stattfinden. Stattdessen feiert die Neuinszenierung der jungen Regisseurin Victoria Stevens nun am dritten Adventswochenende TV-Premiere im Rhein-Neckar-Fernsehen. Die Aufzeichnung wird dort zwei Mal ausgestrahlt – und zwar am Samstag, den 12. Dezember um 16.00 Uhr und am Sonntag, den 13. Dezember um 14.00 Uhr.
Zusätzlich wird die Inszenierung ab Samstag, den 19. Dezember, 15.00 Uhr bis zum 6. Januar auf der NTM-Website als Stream abrufbar sein. Favori aktuell: Das Nationaltheater Mannheim zeigt Hänsel und Gretel als TV-Premiere am 12.12.2020 weiterlesen

Anna Bolena – ein Politthriller mit Belcanto-Musik und exzellenten Protagonisten am Münchner Gärtnerplatztheater – halbszenisch als Premieren-Stream

Eigentlich hätte diese Produktion an vier Abenden konzertant gespielt werden sollen. Alle Vorstellungen für November, Dezember und Januar wurden abgesagt. Aber der Proben-Betrieb durfte weitergeführt werden. Und da war sogar mehr Zeit für die Proben. Das kam der Produktion zugute. Gaetano Donizettis Königinnen-Drama „Anna Bolena“ kam halbszenisch auf die Bühne; in einer geschickt reduzierten Orchesterfassung, ohne Publikum aber für alle als Premieren-Stream verfügbar gemacht! (Von Klaus Kalchschmid) Anna Bolena – ein Politthriller mit Belcanto-Musik und exzellenten Protagonisten am Münchner Gärtnerplatztheater – halbszenisch als Premieren-Stream weiterlesen

„Die Tote Stadt“ von Korngold in der Regie von Tatjana Gürbaca mit digitalen Störungen und Ausfällen beim Streaming!

Auf den Tag genau 100 Jahre nach der Uraufführung feiert eine Neuinszenierung von „Die Tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold in Köln Premiere. Die zweite Premiere in dieser Woche nach „Written on Skin”, die es nur online geben konnte. Verantwortlich zeichnet in dieser die mehrfach ausgezeichnete Regisseurin Tatjana Gürbaca. Ein hochkarätiges Ensemble ist auch angetreten! Mit Aušrine Stundyte, der Elektra der diesjährigen Salzburger Festspiele, und Heldentenor Burkhard Fritz in den Hauptrollen. „Die Tote Stadt“ von Wolfgang Korngold sollte das Streaming-Erlebnis der Oper Köln werden! Lag es an der bereits häufiger monierten und berüchtigten Datenreduzierung des Netzanbieters Telekom? Oder waren es doch die technischen Problem der Oper Köln? (Von Sabine Weber) „Die Tote Stadt“ von Korngold in der Regie von Tatjana Gürbaca mit digitalen Störungen und Ausfällen beim Streaming! weiterlesen

Der erste Stream der Kölner Oper: „Written on Skin“ von George Benjamin, in Sand und Haut geschrieben!

(Foto: Paul Leclaire mit Magali Simard-Galdès) Die Dezember-Premiere von “Written on Skin”! Hat nicht sein dürfen. Und sie war doch! Die Oper Köln hat kurzerhand die abgesagte Premiere mit sowieso enorm reduziertem Publikum zu einem Streamingangebot für alle gemacht. Nötig dazu war nur eine Registrierung über die Opernnetzseite. Kurios dort der Spendenaufruf dazu, in den Kategorien der Sitzplätze als Entscheidungshilfe von 0 (Zaungast!) bis 350 € beste Parkettsitze! Die Sicht und das beste Hören beim Streamen hängt ja wohl von den Endgeräten zuhause ab. Auf jeden Fall hat alles wunderbar und auf den Punkt funktioniert. Eine herzliche Ansprache der Intendantin Birgit Meyer an ihr digital angeschlossenes Publikum gab es vorne weg. Und Sicht frei auf die Sandbühnenlandschaft und die drei Engel, die auf dem hinteren Treppenpodest erscheinen. Das Orchester rechts im Hintergrund aufgebaut leitet der Kölner GMD François-Xavier Roth. (Von Sabine Weber) Der erste Stream der Kölner Oper: „Written on Skin“ von George Benjamin, in Sand und Haut geschrieben! weiterlesen