Ein Psychodrama in der Schleife. Béla Bartóks “Blaubarts Burg” wird in Lyon zwei mal hinter einander gespielt!

Einblicke in sieben schmuddelige Räume. Ein Bretterverschlag mit Dusche und Badewanne, ein kleiner Schreibtisch in einem roten Zimmer, eine Proll-Küche mit Kühlschrank und Mikrowelle, überall Blutspritzer. Das verbirgt sich hinter den vier Türen. Die drei früheren Frauen springen als Wiedergängerinnen herum, vor allem tänzelt die dritte, ein Transvestit – alle werden am Ende noch einmal gemeuchelt! Das ist aber nur die erste Version von Béla Bartóks “Herzog Blaubarts Burg” an der Oper in Lyon. Für ihr diesjähriges Osterfestival, das ohne Publikm gefeiert werden muss, wurde Bartóks Einakter im Stream wiederholt. Klaus Kalchschmid und Sabine Weber haben den vorproduzierten Premierenabend für das podcast favori. Die Oper der Woche gleichzeitig gesehen und unterschiedlich empfunden. Ein Psychodrama in der Schleife. Béla Bartóks “Blaubarts Burg” wird in Lyon zwei mal hinter einander gespielt! weiterlesen

Barrie Koskys Rosenkavalier. Zugespitztes pralles Theater!

50 Jahre lang war die Inszenierung von Otto Schenk im Repertoire. Jetzt hat Barrie Kosky die Komödie mit Musik “Der Rosenkavalier” von Richard Strauss neu inszeniert. Am 21. März 2021 war die Online-Premiere. Hier besprochen im podcast favori. Die Oper der Woche von Klaus Kalchschmid im Gespräch mit Sabine Weber

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Seliges Fest! Les Escapades kommt mit der Weltersteinspielung von Strattners Geistlichen Konzerten heraus

100 Jahre Entwicklung liegen zwischen Heinrich Schütz (*1585), dem Erfinder des Geistlichen Konzerts, und Johann Sebastian Bach (*1685), Schöpfer des gewaltigsten Kantatenwerks aller Zeiten. In dieser Zeitspanne ist Deutschland was Kirchenmusik angeht ein reges Expermientierfeld. Vielfältige Kirchenmusikwerke beflügeln die Entwicklung. Komponiert für Fürstenhöfe, in Städten, für Kirchen. Motetten, geistliche Vokalwerke, geistliche Kompositionen, Psalmvertonungen oder eben geistliche Konzerte, weil Instrumente mittun. Auf seiner neuen CD fügt das Gambenensemble Les Escapades einen Komponisten hinzu, der zu Unrecht vergessen und fortan nicht mehr überhört werden kann. Georg Christoph Strattner. (Von Sabine Weber)

Weltersteinspielung geistlicher Werke von Georg Christoph Strattner beim Label Christophorus

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“Francesca da Rimini” an der Deutschen Oper Berlin

(In “Francesca da Rimini” toben Krieg und Leidenschaft. Foto: Monika Ritterhaus) Selten zu erleben und eine absolute Opernrarität! “Francesca da Rimini” von Riccardo Zandonai. Christof Loy hat sie für die Deutsche Oper Berlin inszeniert. Die Premiere dieser jüngsten Produktion war online im Stream vom 14. März 2021 (Premiere) bis gestern zu erleben. Klassikfavori-Experte Klaus Kalchschmid hat sie sich angeschaut und gehört und spricht im klassikfavori podcast. Die Oper der Woche mit Sabine Weber über seine Eindrücke.

Wiener Online-Offensive im März. Nach Janáček jetzt ein Verdi-Schwerpunkt

Die Wiener Staatsoper öffnet ihr Archiv. Wagner, Strauss und fünf Mal Verdi sind im März auf play.wiener-staatsoper.at jeweils ab 19 Uhr und für 24 Stunden abrufbar. Klaus Kalchschmid hat sich für klassikfavori zum Auftakt des Verdi-Schwerpunkts “La Traviata” angeschaut. (Titelbild mit Pretty Yende und Juan Diego Flórez als Violetta und Alfredo. Foto: Michael Pöhn). Siehe unten den Bericht. Hier erst einmal die Daten:
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Am Pult der Zeit?! Das deutsche Musikinformationszentrum hält nach, wie Männer und Frauen in Orchestern verteilt und gestellt sind

(8. März 2021) Wie sieht die Geschlechterverteilung in deutschen Berufsorchestern aus? Zum Weltfrauentag 2021 liegen die Ergebnisse einer Vollerhebung vor. Bei 129 öffentlich finanzierten Orchestern hat das Musikinformationszentrum (miz) nachgefragt und gezählt. Das Ergebnis? Am Pult der Zeit?! Jein. Es gibt immer noch klar männlich dominierte Instrumente. Die Tuba hielten 103 Männer in den Händen – gegenüber zwei Tubistinnen. Das sind 98%. Die Posaune: 443 Männer gegenüber 16 Frauen. Das sind 96%. Trompete (94%), Pauke und Schlagwerk (95%). Alles dargestellt auf einem Schaubild, dass über das miz zu beziehen ist. Paritätischer und durchmischter ist es in den fünf Stimmgruppen der Streicher. Im Tutti der zweiten Violinen und auch den Flöten sind es über 60% weibliche Musikerinnern. Und es gibt sogar eine Frauendomäne, die Harfe (93%). Mit anderen Worten: insgesamt sitzen an vier von 10 Pulten Frauen.
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