Archiv der Kategorie: Konzertkritiken

Beethrifft 2020. Beethoven ein Alptraum? Igudesman & Joo nähern sich am Oslofjord dem Titanen mit Humor

(Igudesman & Joo. Foto: Julia Wesely) Sind die riesigen Schatten, die das Beethovenjahr schon im letzten Jahr vorausgeworfen hat im eigentlichen Beethovenjahr bereits im Januar ein Alptraum geworden? Ein Beethoven-Alptraum, weil das medial gigantisch angerollte Beethovenjahr uns mit Beethovens Musik alptraumartig verfolgt? Und ist unser Umgang mit seiner Musik, sind unsere Beethoven-Hörgewohnheiten nicht schon längst ein Alptraum? Darüber sind, man glaubt es sofort, bereits Bücher geschrieben worden! Seine Klaviersonate Nummer 14 in cis-moll, bekannt unter Mondscheinsonate, war jedenfalls schon zu Lebzeiten so populär, dass Beethoven verzweifelt ausrief, dass er doch viel besseres komponiert hätte! Aber noch etwas anderes pointieren der Geiger Aleksey Igudesman und Hyung-ki Joo, Pianist, zusammen das Duo Igudesman & Joo. In dem vom Oslo Philharmonic bestellten und für das Orchester konzipierten Humor-beladenen Beethoven-Programm ist „Beethoven‘s Nightmare“ das Titel-gebende Stück dieser Show. Und da geht es um die Taubheit des Meisters. Am 8./ 9. und 10. Januar ist „Beethoven‘s Nightmare“ im Osloer Konzerthaus aus der Taufe gehoben worden. (Von Sabine Weber)

Blick auf den Eingang des Osloer Konzerthauses. Foto: Sabine Weber

(8. Januar 2020, Oslo Konzertus) Und natürlich spielt auch die Neunte eine Rolle. Und es darf und soll gelacht werden! Das Duo Igudesman & Joo inszeniert eine Sekundenreise durch Beethovens Sinfonik mit vielen Gedankenstrichen! Die Schläge von Beethovens Fünfter werden mit Ha-Ha-Ha-Hahhh zu einem Lacher. Und der Anfang der Schicksalssymphonie später zu einem Lach-Chor, der in Beethovens Alptraum, dem Titel-gebenden Stück des Abends, das Publikum im ausverkauften Osloer Konzerthaus für einen Moment sogar ziemlich irritiert! Hyung-ki Joo, der das Oslo Philharmonic Orchestra dirigiert, dreht sich zum Publikum um und reißt den Mund bei jedem “Ha” wie beim Schrei von Edvard Munch auf. Ebenso die Musiker des Oslo Philharmonic, die den Chor geben. Bittere Lacher? Es geht in diesem Moment ja auch um den Hörsturz Beethovens. Auf die „quasi una fantasia“-Dreiklangsbrechungen der Mondscheinsonate – von einer Harfe gespielt – wird das Heiligenstädter Testament – gelesen vom österreichischen Schauspieler Cornelius Obonya – vom Band zugespielt. Wobei die Sprache zunehmend nah und fern rückt, dumpf wird, bis sie verzerrt. Und ausgerechnet die Schönklänge der Mondscheinsonate werden kakophonisch gestört, mutieren zu einem Geräuschband, worauf sich immer wieder ein bohrender Tinnitus-Ton legt. Beim Hören glaubt man wirklich, einen Gehörsturz zu erleben. Und es hätte in dieser eindrücklichen Szene Aleksey Igudesmanns als Mimen gar nicht gebraucht, der sich mit Beethovenperrücke und Schreibfeder an einen Tisch setzt und zu kratzenden Schreibgeräuschen ein etwas lächerliches Bild abgibt. Anschließend übernimmt er allerdings das Dirigat. Denn Hyung-ki Joo setzt sich an den Flügel und wirft sich in den ziemlich virtuosen Klavierpart des letzten Satzes dieser Sonate. Der Alptraum hat zwei Teile. Angefeuert wird er jetzt von der Solo-Schlagzeugerin des Abends, Lucy Landymore, die eigens für dieses Programm engagiert wurde.
Dieses Stück bringt eine nachdenklich bittere Note ins Programm, das sich die meiste Zeit aber in einer herzerfrischenden Komik-Komfortzone tummelt. „Comedy-like“ und auch clownesk moderiert von Igudesman und Joo im Wechsel. Sie jonglieren mit Wortbedeutungen, „For Elise“ – „For a Lease“ – „A little Bit Hoven“, wobei die Witze nicht immer gleich gut sind, aber dem nicht so kundigen Klassikpublikum offensichtlich einladende Brücken bauen. Worauf die für das Oslo Philharmonic arrangierte und komponierte Musik dann sofort zündet. Und die fordert durchaus den Musikkenner heraus ohne den Laien abzuhängen! Aber es macht Spaß, Bekanntes herauszuhören. Etwa Motive aus Beethovens frühen Klaviersonaten, das Kopfmotiv der Opus 2, Nr. 1 beispielsweise, oder aus späten Sinfonien, wie etwa dem Thema des Zweiten Satzes von Beethovens 7. Sinfonie. Sie werden für ein Minimalmusik-Experiment übereinander geschichtet. Die Fünfte wird in einen swingenden „Take Fife“- Fünfer-Rhythmus zu einem Big-Band-Erlebnis. Und die 9. Sinfonie wird auf neun Sekunden reduziert. Das Duo Igudesman & Joo extrahiert, fokussiert, pointiert, und führt damit Hörgewohnheiten genüßlich ad absurdum. Die Mondscheinsonate war ja schon zu Beethovens Zeiten so populär, dass Beethoven darüber verzweifelte. Und wenn Beethoven wüsste, wie populär erst „Für Elise“ geworden ist! Dieses Klavier-Albumblatt nehmen die beiden nach besten Kräften auseinander, verarbeiten es zu eigenen Variationen, und noch in einem Zugaben-Stück gibt es eine Elise, zu der Elektronikbeatkünstler Dandario eine Spur hinzu konzipiert hat. Die Idee zu den Arrangements und ihre Ausarbeitung übernehmen die beiden in engem Passspiel immer selbst. Und sie lieben es, genreübergreifend zu kommunizieren. Jazz, Funk, Swing, Elektronik, Fusion und Improvisation. Alles ist dabei und gipfelt in den Joyful-Variations – nochmals die Neunte! Die „Schöne-Freude-Götterfunken-Melodie“ wird im Finale der Show Schlangenbeschwörung, Flamencosong, Samba-Rhythmus, Broadway Musical, Ta-ke-tina Raga-Rhythmus oder begleitet arabischen Mugham-Gesang. Mit von der Partie ist auch die norwegische Jazzsängerin Julie Dahle Aagård. Auch wenn wir in dieser Show nicht wirklich Neues über Beethoven erfahren, sie ist zum Beethovenjahr ein befreiend humoristischer Beitrag: „mal ganz anders“. Unterhaltend und durchaus mit Anspruch: Aleksey Igudesmann, gebürtiger Sankt Petersburger, die Schirmmütze ist sein Markenzeichen, greift immer wieder zur Geige. So, wie Hyung-Ki Joo, ein Brite südkoreanischer Abstammung, immer wieder am Klavier sitzt. An der Yehudi-Menuhin-Schule haben sie sich kennengelernt und zusammengeschlossen. Und sie sind nicht nur virtuos, sondern auch mit akrobatischem Einsatz dabei, hier, wenn beispielsweise Igudesman auf einem Minibogen Beethovenmotive zu wilden rhythmischen Patterns gewaltig laut steigert oder Joo die beiden Anfangstöne von „Für Elise“ unentwegt wiederholt und sich dabei unter den Flügel legt, gähnt, schläft und … weiter spielt. Und schlafend von unten auch noch nach den Anfangsakkorden von Erik Saties Gymnopédie greift und trifft! Eine kollektive Zirkusnummer ist – ausgehend von Beethovens Violinkonzert – ein Zappen durch weitere Violinkonzerte, wobei Joo zappt und Igudesmann und das Oslo Philharmonic Orchestra in Sekundenschnelle an eine betreffende Stelle springen und spielen. Mendelssohn d-moll, Bergs „Andenken an einen Engel“, Bachs a-moll, die kleine Nachtmusik und wieder Beethoven D-dur.

Das Oslo Philharmonic Orchestra. Foto: C.F. Wesenberg

Das Oslo Philharmonic, gerade hat es sein 100jähriges Bestehen gefeiert, hat offenkundig seinen Spaß, wenn man in die Gesichter der Musiker schaut. Das Publikum im ausverkauften Osloer Konzerthaus goutiert diese Show mit stehenden Ovationen. Also ein gelungener Auftakt für das große Beethovenfest, das in Oslo vom 5. bis zum 15. November stattfindet und auch in das wunderbare Opernhaus am Oslofjord einlädt. Eröffnet wird das norwegische Beethovenfest aber nicht mit dem Opernorchester, sondern mit dem Oslo Philharmonic – dann wieder ganz ernst – und Beethovens Missa Solemnis.

Die Junge Deutsche Philharmonie auf Herbsttournee gastiert in der Kölner Philharmonie und beeindruckt mit delikaten Spielfähigkeiten und Klangwucht

Endzeit! Das ist ein erstaunlich bedrückender Titel für ein Orchester, das vor Zukunftspotential nur so strotzt! Denn auf dem Podium der Kölner Philharmonie sitzen junge Musikerinnen und Musiker, die gute Chancen haben, demnächst die besten Orchester national und international zu füllen. Verstärkt durch das US amerikanische JACK Quartett und unter Jonathan Nott, seit 2014 künstlerischer Leiter und Erster Dirigent der Jungen Deutschen Philharmonie, widmen sie sich auf ihrer diesjährigen Herbsttournee Helmut Lachenmanns „Tanzsuite mit Deutschlandlied“ und der Tondichtung „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss. (Von Sabine Weber)

Die Junge Deutsche Philharmonie auf Herbsttournee gastiert in der Kölner Philharmonie und beeindruckt mit delikaten Spielfähigkeiten und Klangwucht weiterlesen

Das Freiburger Barockorchester eröffnet mit einer Countertenor-Gala das neue Alte Musik Festival Felix!

Original.Klang.Köln. Die Kölner Philharmonie widmet der historischen Aufführungspraxis ab sofort eine eigene klangliche Barock-Show. Die Eröffnungs-Gala bestritten drei junge Countertenöre mit Bravour- und Schmachtarien, die das Publikum entzückten. (Von Sabine Weber)

Das Freiburger Barockorchester eröffnet mit einer Countertenor-Gala das neue Alte Musik Festival Felix! weiterlesen

RT19 Die Eröffnungswoche mit Musik-Theater von Marthaler und Goebbels, flankiert von Installationen

IMG_6329Der US-amerikanische Künstler, Musiker und Bandleader Tony Cokes bereitet Statements über die Anfänge der Popmusik im Ruhrgebiet mit alten Collage-Arbeiten aus der britischen und US amerikanischen Club- und Rockszene auf und projiziert sie auf gigantische Betontrichter in der Mischanlage Kokerei Zollverein, Essen.IMG_6301Ein Tag später eröffnet Bühnenbildnerin Barbara Ehnes ihre Installation Αλληλεγγύη und präsentiert auf Bildschirmen in einer Nische der von raumlaborberlin aufgerüsteten temporären Architektur Third Space vor der Jahrhunderthalle Ausschnitte aus ihren Nachfragen zu Solidaritätsbewegungen im krisengeschüttelten Griechenland.

Fotos: Sabine Weber
Fotos: Sabine Weber

Im großen Fokus stehen natürlich die Musiktheaterproduktionen. In der Jahrhunderthalle mischt Heiner Goebbels am späteren Abend gewaltige Bilder in einer installativen Performance mit Geräuschattacken bis Orgel-plus-Ondes-Martenot–Klängen ab. Im Eröffnungspremierenstück am ersten Tag hat Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp als Autorin mit Artiste associé Regisseur Christoph Marthaler sowie Musiker Uli Fussenegger mit Ensemble im Audimax der Ruhr-Uni Bochum vorgeführt, wie ein zukünftiger Euro-Rassismus durch parlamentarische Debatten Wirklichkeit werden könnte. (Von Sabine Weber)

RT19 Die Eröffnungswoche mit Musik-Theater von Marthaler und Goebbels, flankiert von Installationen weiterlesen

Die Uraufführung von Philippe Manourys Lab.Oratorium. Der Erlebnisbericht einer Choristin zwei Monate später!

Das war sicherlich ein Höhepunkt dieser Konzertsaison. Im Mai hat Philippe Manoury seine dem Gürzenich-Orchester und der Kölner Philharmonie gewidmete Trilogie mit dem Lab.Oratorium für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik vollendet und das aktuelle Thema Flucht und Drama im Mittelmeer in einem grenzüberschreitenden Projekt umgesetzt. Unter der Leitung von François Xavier Roth wurde das Publikum umringt und durchflutet von Klängen und Akteuren, zu denen Amateure gehören sollten und gehört haben. Eine Sängerin aus dem Lab.Chor ist noch mehr als einen Monat später voller Eindrücke. Wir sitzen in einer Bar. Die Partitur des Lab.Chores liegt auf dem Tisch, mit Unterschriften von François Xavier Roth und Philippe Manoury. Ziemlich unleserlich! Aber Elisabeth Fétizon wollte sie sich unbedingt signieren lassen. Sie ist Französin, lebt seit 35 Jahren in Köln und hat im Amateurchor der Kölner Uraufführung mitgemacht. Die Erinnerungen sprudeln aus ihr heraus, sodass ich mit dem Schreiben kaum nachkomme. Zufälligerweise war sie auch in Paris, als das Werk seine französische Erstaufführung erfuhr, und konnte im Publikum noch einmal eine völlig neue Perspektive erleben. Hier die Stationen einmaliger Erlebnisse in einer ganz persönlichen Nachlese von Elisabeth Fétizon. Die Uraufführung von Philippe Manourys Lab.Oratorium. Der Erlebnisbericht einer Choristin zwei Monate später! weiterlesen

Trio Catch lädt zum Träumen ein! – mit neuen Musik-Klängen und drei Uraufführungen!

Foto: Lennard Rühle
Foto: Lennard Rühle

Die Kölner Philharmonie und KölnMusik nehmen ihren Auftrag ernst, den Standort für Neue Musik in Köln zu untermauern. Drei Auftragskompositionen sind an diesem Abend aufgeführt worden. Und wie aus unkonventionellen Spieltechniken Klänge und Resonanzen erzeugt werden, die Raum zum Träumen geben, hat Trio Catch eindrucksvoll vorgeführt! In „Catch as Catch can“ sättigt der österreichische Komponist Georg Friedrich Haas seine Klangexperimente auch mal mit alptraumartigen Momenten. Die Serbin Milica Djordjevic schärft Dissonanzen in einer Unter-Wasser-Vision. Der Spanier Mikel Urquiza sorgt, inspiriert von einer gemalten Winterlandschaft, für Klangmalerei mit rhythmischen Patterns. Daher war er auch zuständig für die schmissige Zugabe, die Intendant Louwrens Langevoort fürs Ensemble nachbestellt hat. Ein dankbares Encore für einen Abend, der mit zwei Werken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von Prokofjew und Fauré, „historische“ Akzente gesetzt hat. (Von Sabine Weber) Trio Catch lädt zum Träumen ein! – mit neuen Musik-Klängen und drei Uraufführungen! weiterlesen

SEL und COE! Die Solistes Européens, Luxembourg und das Chamber Orchestra of Europe gastieren in der Luxemburger Philharmonie

Sich der Luxemburger Philharmonie überhaupt zu nähern, ist ein Ereignis. Mit dem Auto fährt es sich auf dem Kirchberg oberhalb der Ville Bas der Stadt Luxemburg wie auf einer Achse durch ein Mega-Industriegebiet. Nur liegen rechts und links keine Baumärkte oder Einkaufszentren, sondern Banken, europäische Institute, Behörden, der EuGH und das EU-Parlament. Alles hinter monumentalen futuristischen Fassaden, über denen hier und da noch der Baukran ragt. Auf der Place de l‘Europe ist man dann bei der hell-leuchtenden Philharmonie angekommen. Und steht unter den von Architekt Christian de Portzamparc errichteten unzähligen schlanken weißen Säulen einer Glasfassade, unter einem oval, spitz zulaufenden Dach. Das soll ein Auge darstellen, auch wenn es um das Hören geht. (Von Sabine Weber) SEL und COE! Die Solistes Européens, Luxembourg und das Chamber Orchestra of Europe gastieren in der Luxemburger Philharmonie weiterlesen

Ein denkwürdiger Klavierabend in der Kölner Philharmonie mit Maurizio Pollini und den letzten drei Beethovensonaten

Maurizio Pollini  Foto: Cosimo Filippini
Maurizio Pollini. Foto: Cosimo Filippini

Seine Programme sind stets ungewöhnlich durchdacht. Er ist ein Intellektueller, der auch politisch Standpunkte vertritt. Und Neue Musik gehört immer dazu, mindestens Arnold Schönberg, als dessen Apologet er spätestens seit einer Referenz-Aufnahme aus den 1970ern gehört. Aber auch Pierre Boulez oder Karlheinz Stockhausens Klavierwerk gehört in seinen Kosmos. Mit diesem Abend hat er ein abgesagtes Konzert im letzten September nachgeholt. Ursprünglich sollte Ludwig van Beethovens „Hammerklaviersonate“ mit ausgewählten Stücken Schönbergs kombiniert und mit der „Grande Sonate pathétique“ ergänzt werden. Doch kurzfristig hat sich Pollini anders entschieden und Beethovens letze drei Sonaten ausgerufen. Ein denkwürdiger Klavierabend in der Kölner Philharmonie mit Maurizio Pollini und den letzten drei Beethovensonaten weiterlesen

Oh là là und Aïe aïe aïe! Das Gürzenich-Orchester läutet in einem musikalisch überschäumenden Neujahrskonzert das Offenbachjahr 2019 in Köln ein und hebt einen verschollenen Einakter halbszenisch aus der Taufe!

Inseklkönigin Oyayaye und Racle-à-Mort. Hagen Matzeit (Countertenor) und Matthias Klink (Tenor); Foto: Thomas Kost
Inseklkönigin Oyayaye und Racle-à-Mort.
Hagen Matzeit (Countertenor) und Matthias Klink (Tenor); Foto: Thomas Kost

Es gibt ja kaum etwas, das Jacques Offenbach nicht auf die Bühne gebracht hat. Wurzelgemüse, das ein Königreich usurpiert wie in „König Karotte“. Ein Hund, der besser regiert als alle Männer zusammen, wenn er von einer Frau geführt wird, wie in „Barkouf“. Nicht zu vergessen das in damals erstaunlich aktuellen Gesellschaftsintrigen verstrickte antike Götterpersonal! Da wundert es kaum, dass sein erster Einakter für Paris von der Inselkönigin Oyayaye handelt, die einem bei ihr gestrandeten Kontrabassisten droht, ihn in den Kochtopf zu werfen, sobald ihm der Esprit ausgeht. Oh là là und Aïe aïe aïe! Das Gürzenich-Orchester läutet in einem musikalisch überschäumenden Neujahrskonzert das Offenbachjahr 2019 in Köln ein und hebt einen verschollenen Einakter halbszenisch aus der Taufe! weiterlesen

Zum Saisonauftakt zeigen die beiden Hausorchester der Kölner Philharmonie, das WDR-Sinfonieorchester und das Gürzenich-Orchester, ihre Stärken. Intensität und Tiefe!

Im Sport würde man jetzt warnen: „Die sind ja in einer gefährlich guten Frühform!“ Aber wer die beiden Orchester und ihre Dirigenten in den letzten Jahren begleiten durfte, kann beruhigt antworten, dass diese großartige Verfassung die Normal-Form ist! Sowohl das WDR Sinfonieorchester als auch das Gürzenich-Orchester beglücken das Publikum an diesem Auftaktwochenende der Saison mit gelungenen Konzerten und brillanten Solisten in der Kölner Philharmonie.
(Von Jukka Hoehe) Zum Saisonauftakt zeigen die beiden Hausorchester der Kölner Philharmonie, das WDR-Sinfonieorchester und das Gürzenich-Orchester, ihre Stärken. Intensität und Tiefe! weiterlesen