Noch ist beim WDR Sinfonieorchester (WSO) ja Chef-Interim. Nächste Spielzeit hat Marie Jacquot dann das WDR-Sinfonieorchester-Geschehen als Chefin dauerhaft im Griff. Erstmals ist eine Frau auf einen der beiden höchsten Orchester-Posten nach Köln bestellt worden. Und nicht nur Köln freut sich über diesen Glücksgriff, der schon jetzt international ausstrahlt. In der Kölner Philharmonie demonstrierte Jacquot letzten Freitag und Samstag (14. und 15. November 2025) schon mal, was kreative Programmzusammenstellungen bei ihr bedeuten können! (Von Sabine Weber) Kreative Klangsteigerung. Designierte Chefin des WDR Sinfonieorchesters gibt in Köln ein Statement ab weiterlesen
Archiv der Kategorie: Konzertkritiken
focus baroque beim zamus: early musice festival 2025
ZAMUS versteht sich als eine Kreativplattform und will „aktiver Teil aktueller Umbrüche in der Alten Musik sein…“ Also nur Alte Musik ist nicht mehr. Auch nicht mit (sic) focus baroque im Ventana in Köln, einer der Spielstätten des zweiwöchigen Festivals! Das Konzert mit Holger Faust-Peters, Viola da gamba, und der estnischen Cembalistin Irén Lill am Cembalo beim zamus: early musice festival war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Ersteinmal mutig, das Programm nach dem Titel eines quasi unspielbaren Stücks zu betiteln, von dem man zudem bis heute nicht weiß, was der Titel bedeuten soll. La chemise blanche, letzte Pièce aus der zweiten Gambensuite von François Couperin, ließ das einstündige Konzert jedenfalls recht virtuos enden. Gefüllt war es mit französischer Gambenmusik aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und Werken des estnischen Zeitgenossen Tõnu Kõrvits, sowie eine Petitesse von Paolo Pandolfo. (Von Sabine Weber) focus baroque beim zamus: early musice festival 2025 weiterlesen
Happy New Year! Der musikalische Gruß mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter Stenz zündet!
Wann hat zuletzt ein Kölner Orchester die Philharmonie bis auf den letzten Platz gefüllt? Und das Publikum kam voll auf seine Kosten. Ein klug zusammengestellter beschwingter Bogen von „Till Eulenspiegels lustigen Streichen“ bis zu DEM „Boléro“, gefüllt mit 3/4 Walzer- und 2/4-Marschtakten, im Zentrum Bernd Alois Zimmermanns „Rheinische Kirmestänze“ für 13 Bläser, lassen das Publikum aus den Sesseln aufspringen. „Und los!“ (Von Sabine Weber) Happy New Year! Der musikalische Gruß mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter Stenz zündet! weiterlesen
Melodisch-kontrapunktische Leitfäden. Das Linos Piano Trio eröffnet das 5. Linos Festival in Köln
Melodien aus unterschiedlichen Epochen fluten den backsteinernen Clara Keller, mal zwei, drei, vier oder sechsstimmig. Von Bach bis zeitgenössisch. Die insgesamt sieben Musiker sind immer wieder in Bewegung im Eröffnungskonzert des 5. Linos Festival für Kammermusik in Köln. Sätze aus Gabriel Faurés Klaviertrio und dessen zweiten Streichquartett, sowie die Uraufführung des Klaviertrios „Echo Chamber“ und „Unbenannt-2“ für Streichquartett der litauischen Komponistin Justina Repečkaitė sind Höhepunkte. (Von Sabine Weber)
Hunding mit Stierhorn und die Walküren mit Flüstertüte! Concerto Köln unter Nagano ist noch bis August auf Tournee!
(Titelfoto: Das Podium der Kölner Philharmonie ist gefüllt! Foto: Michael Graubner) Nach konzertanten Aufführungen an der Staatsoper in Prag und im Concertgebouw Amsterdam gastiert Concerto Köln unter Kent Nagano in der Kölner Philharmonie. Verstärkt durch das Dresdner Festspielorchester. Mit „Rheingold“ hatte Concerto Köln unter Nagano schon 2021 stürmischen Applaus entfesselt. Jetzt springt das Publikum sogar nach jedem „Walküren“-Aufzug aus den Sesseln. Im letzten Aufzug allerdings erst nach 10 Sekunden, so groß ist die Erschütterung. Wotan verstößt nach der emotional bis zum letzten aufgeladenen Auseinandersetzung Brünnhilde doch noch. Die seit 2018 angesagten „Wagner-Lesarten“ wirken. Das „sprechende Singen“ vor allem, das Wagners Diva Wilhelmine Schröder-Devrient, zu Wagners großer Freude, mitgeprägt haben soll! (Von Sabine Weber) Hunding mit Stierhorn und die Walküren mit Flüstertüte! Concerto Köln unter Nagano ist noch bis August auf Tournee! weiterlesen
„König David“ von Arthur Honegger mit der Kartäuserkantorei
Bei Chorkonzerten herrscht immer eine besondere Atmosphäre, weil viele im Publikum eine Verbindung zu Chormitgliedern haben. Es wird sich allseits freundlich begrüßt. Selfies werden in Gruppen vor dem Eingang der Kölner Philharmonie gemacht. Die Kartäuserkantorei hat hier auch einen Namen. 1970 gegründet von Peter Neumann, damals auch Kantor an der Kölner Kartäuserkirche, liegt die Leitung nach Philipp Ahmann jetzt in den Händen von Paul Krämer. Bei großen sinfonischen Chorkonzerten ist die Kartäuserkantorei immer wieder auch mit dem Gürzenich-Orchester Köln aufgetreten. Musiker des Gürzenich-Orchesters waren jetzt auch bei Arthur Honeggers biblischem Oratorium „König David“ dabei. (Von Sabine Weber) „König David“ von Arthur Honegger mit der Kartäuserkantorei weiterlesen
Ein Best-of der Bach-Family. Die Tage Alter Musik Knechtsteden 2023 sind eröffnet! Zum letzten Mal mit Hermann Max
Zum letzten Mal steht Hermann Max in dieser Festivalausgabe in der Klosterbasilika Knechtsteden und dirigiert. Er hat das der historischen Aufführungspraxis gewidmete Festival 1992 gegründet. Und schon viel früher die Rheinische Kantorei sowie das Originalklangensemble Das kleine Konzert, nach einem Leipziger Ensemble zu Bachzeiten benannt. Für den akribischen Pionier der Alten Musik war Musik von Bach und der Bach-Familie immer ein zentrales Thema. Mit komponierenden „Bächen“ in NRW hat Max für Furore gesorgt und Musik von einem Mindener und einem Wuppertaler Bach auf CD gebannt. Im Eröffnungskonzert hat er ein Best-off aus dem Bach-Clan zusammengestellt, das mit einem Satz aus Johann Sebastians h-moll Messe die Basilika beben ließ. (Von Sabine Weber) Ein Best-of der Bach-Family. Die Tage Alter Musik Knechtsteden 2023 sind eröffnet! Zum letzten Mal mit Hermann Max weiterlesen
Das Enescu Festival in Bukarest – Köln spielt mit!
„Das Enescu Festival hält mit den BBC Proms und dem Lucerne-Festival locker mit!“ Das hat der ehemalige Geschäftsführer Mihai Constantinescu schon 2015 stolz gesagt. Der rumänische Staat fördert alle zwei Jahre lang klassische Kultur auf Hochtouren. Dennoch müssen die Teams im Off Low Budget arbeiten, damit rumänische Musik eine Plattform bekommt und die europäische Klassikelite sich den Rumänen neben eigenen Orchestern präsentiert. In dieser 26. Ausgabe sind 43 Orchester eingeladen. Die europäischen spielen jeweils zwei Programme. 29 Tage sind gefüllt mit täglich ein bis vier Konzerten. Es gibt ein Beiprogramm mit heimischen Neue-Musik-Ensembles und weiteren Veranstaltungen. Zum ersten Mal ist das WDR Sinfonieorchester dabei. Sein Chefdirigent Cristian Măcelaru ist Rumäne. Und er ist seit dieser Spielzeit außerdem künstlerischer Leiter des Festivals! (Von Sabine Weber) Das Enescu Festival in Bukarest – Köln spielt mit! weiterlesen
Die Player Orgel brodelt in St. Aposteln, Voces Suave formt Gesangslinien zu berührenden Klängen mit Kraftsprüchlein von Hermann Schein
Der vierte Tag beim Romanischen Sommer in Köln bringt Höhepunkte, die nicht unterschiedlicher sein können. Eine Neukomposition für Midi-gesteuerte Orgel in St. Aposteln lässt die modernen Fresken beben. Der frühbarocke Ensemblegesang von Voces Suave trifft im Westwerk von St. Pantaleon auf eine geradezu perfekte Akustik und lädt zu einer besonderen Einkehr ein. (Von Sabine Weber) Die Player Orgel brodelt in St. Aposteln, Voces Suave formt Gesangslinien zu berührenden Klängen mit Kraftsprüchlein von Hermann Schein weiterlesen
Strahlende Gesangslinien – Josquin Capella eröffnet den Romanischen Sommer in Köln mit Musik aus der Cappella Sistina
Der Romanische Sommer in Köln ist seit seiner Gründung 1988 einzigartig geblieben, füllt das Festival doch die Romanischen Kirchen mit Musik und verschmilzt so Raum, Zeit und Klang zu Gesamtkunstwerken. Das Auftaktkonzert mit der Josquin Capella unter Meinolf Brüser berauscht mit Renaissance-Gesang, der schon die Sixtinische Kapelle „erleuchtet“ hat. In Sankt Ursula sieht die Kirchenheilige umringt von ihren Jungfrauen auf einem Chorraumfenster zu. (Von Sabine Weber) Strahlende Gesangslinien – Josquin Capella eröffnet den Romanischen Sommer in Köln mit Musik aus der Cappella Sistina weiterlesen