Nadja Loschky inszeniert Antonin Dvoraks „Rusalka“ für die Kölner Erstaufführung als ein anrührendes slawisches Märchen aus dem 19. Jahrhundert. Für die siebte Vorstellung hat sich – wenn man so will – ein slawisches Traumpaar auf der Bühne getroffen: Olena Tokar und Dmytro Popov!

Premiere war schon am 10. März. Die siebte Vorstellung von Antonin Dvoraks berühmtester Oper „Rusalka“ in der Kölner Oper im Staatenhaus war eine Überraschung – fast wie eine Premiere. Tenor Dmytro Popov verkörpert erstmals den Prinzen in dieser Produktion, mit hinreißend lyrischem Timbre und ohne Durchschlagskraft in der Höhe missen zu lassen. An der Seite von Olena Tokar, die die Erstbesetzung der „Rusalka“ im letzten Jahr an der Oper Leipzig war, in Köln „nur“ die Zweitbesetzung, aber an diesem Abend ein hinreißend jugendlich, emotional vibrierendes Naturwesen im Ausnahmezustand gibt. Stimmlich, dynamisch, Melodielinien fantastisch gestaltend! (Von Sabine Weber) Nadja Loschky inszeniert Antonin Dvoraks „Rusalka“ für die Kölner Erstaufführung als ein anrührendes slawisches Märchen aus dem 19. Jahrhundert. Für die siebte Vorstellung hat sich – wenn man so will – ein slawisches Traumpaar auf der Bühne getroffen: Olena Tokar und Dmytro Popov! weiterlesen

So wird ausgegrenzt! Aribert Reimanns Oper „Medea“ führt vor, wie einer Frau alles genommen wird und wie sie sich rächt!

„Medea“ ist eine never ending story! Von Euripides dramatisiert, von Seneca aufgegriffen, in der Neuzeit von Grillparzer, Anouilh, Christa Wolf, und von Marc Antoine Charpentier, Luigi Cherubini und in einem Melodram von Georg Anton Benda, unter anderen, vertont. So wird ausgegrenzt! Aribert Reimanns Oper „Medea“ führt vor, wie einer Frau alles genommen wird und wie sie sich rächt! weiterlesen

Frankensteins Kreatur ringt in Brüssel um Liebe! Mark Greys abendfüllende Oper “Frankenstein” feiert 200 Jahre nach der Veröffentlichung von Shelleys Novelle ihre Uraufführung am De Munt/La Monnaie

Shelleys 1818 veröffentlichter Schauerroman ist einer der bedeutendsten seiner Gattung und auch oft verfilmt worden. Es ist allerdings schon eine Weile her, dass Kenneth Branagh mit seiner Frankenstein-Verfilmung ins Kino kam. Über Mel Brooks „Frankenstein Junior“ mit Gene Wilder und dem glubschäugigen Marty Feldmann aus den 1970ern können wir heute immer noch lachen. Gedreht wurde diese köstliche Parodie auf den Horror sogar teilweise an den Drehorten der ersten Frankenstein-Verfilmung von 1930 mit Boris Karloff in der Monsterrolle. Derzeit sind Mary Shelley und ihr faustischer Wissenschaftler in Opernhäusern angesagt! Der Schweizer Komponist Michael Wertmüller hat in „Diodati.Unendlich“ am Theater Basel nach dem Movens von Shelleys Wiedererweckungs-Sci-Fi gesucht und ist im Kernforschungszentrum CERN gelandet. Im De Munt/ La Monnaie fokussiert der US-amerikanische Komponist Mark Grey die Seins-Bedingungen der Frankenstein-Kreatur und entdeckt Einsamkeit und Liebessehnsucht im Permafrost! (Von Sabine Weber) Frankensteins Kreatur ringt in Brüssel um Liebe! Mark Greys abendfüllende Oper “Frankenstein” feiert 200 Jahre nach der Veröffentlichung von Shelleys Novelle ihre Uraufführung am De Munt/La Monnaie weiterlesen

Bernard Haitink zum 90. Geburtstag!

Foto: Sébastien Grébille
Foto: Sébastien Grébille

Vom Gehabe internationaler Pultstars hält er erfreulich wenig. Bernard Haitink feierte am 4. März seinen 90. Geburtstag. Und sein Dirigierstil ist heute nicht etwa aus Altersgründen reduziert. Er ist es schon immer gewesen: aufs Notwendige beschränkt, dabei ultrapräzise. Bei den Proben redet er wenig. „Wenige Worte, die Konsequenzen haben“, sagen Musiker des Chamber Orchestras of Europe, vor denen er im Beitragsbild auch steht (Foto: Sébastien Grébille). Ihren Streicherklang wisse er zu formen wie kaum jemand sonst. Einen kontrastreichen samtenen schönen Streicherklang! Wie er das mache, wüssten sie auch nicht. Das Chamber Orchestra of Europe mit Sitz in London ist jedenfalls eine späte Liebe Haitinks. 2008 hat sie begonnen . Wie seine Liebe zu der Staatskapelle Dresden entstanden ist, hat er mir in einem Gespräch 2002 erzählt und noch viel mehr. (Von Sabine Weber)

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