Presse

Torge Møller (1972 – 2022) von fettFilm ist unverwartet gestorben

Torge Møller. Foto: Tom Robinson

(PR 20.9.2022) Er war einer der weltweit gefragtesten Videokünstler für das Theater. Seine Arbeiten waren zu sehen im RING der Wiener Staatsoper, aber auch im aktuellen RING der Deutschen Oper Berlin, immer wieder bei den Salzburger und den Bayreuther Festspielen, von Brüssel bis Donezk. Zusammen mit Momme Hinrichs bildete er bis vor wenigen Jahren das Team fettFilm, das am Opernhaus Bonn immer wieder tätig war – mit der ersten eigenen Regiearbeit, Verdis GIOVANNA D’ARCO,  mit der Uraufführung der Familienoper GEISTERRITTER von James Reynolds, mit Cavallis LA CALISTO und zuletzt mit der Neuproduktion von HÄNSEL UND GRETEL. Auch an der Kölner Oper hat er im fettFilm-Duo für Lydia Steiers Regie von TURANDOT 2017 eindrucksvolle Bilder geschaffen. Am 29. Oktober 2022 wird diese Produktion wieder aufgenommen. Nur zwei Tage vor der Bauprobe zu Mel Brooks‘ FRANKENSTEIN JUNIOR am Theater Bonn ist Torge Møller in Leipzig im Alter von 50 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.

Verleihung des Ehrenrings des Rheinlandes an François-Xavier Roth

Anne Henk-Hollstein, François Xavier Roth und Henriette Reker bei der Überreichung des Ehrenrings des LVR Foto: LVR

(PR 12.9.2022) Der Landschaftsverband Rheinland hat den Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth mit der höchsten zur vergebenen Auszeichnung, dem Ehrenring des Rheinlandes geehrt. Der LVR vergibt den Ehrenring an Menschen, die sich im Rheinland um den Gedanken der regionalen Selbstverwaltung als Baustein Europas besondere Verdienste erwerben, so die auf der Foyer-Empore in der Kölner Philharmonie anwesende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Anne Henk-Hollstein. François-Xavier Roth habe sich mit dem Gürzenich-Orchester seit seinem Antritt 2015 bei der Vermittlung klassischer Musik sowohl bei jungen wie alten Zuhörern engagiert. Zuletzt habe er im Festkonzert mit der Aufführung der Neunten von Ludwig van Beethoven den in diesem Jahr neugegründeter Bürgerchor vorgestellt. Ein Bürgerorchester ist bereits ins Leben gerufen worden. Noch in der selben Woche hat François-Xavier Roth im Kölner Dom ein Konzert mit der Domkantorei und dem Gürzenich-Orchester geleitet. In der Laudatio wurde auch auf die spannenden Künstler hinbewiesen, die er für seine Programme verpflichte wie auch grenzüberschreitende Projekte und die Ideenvielfalt, mit der Roth immer wieder neue Initiativen starte. Oberbürgermeisterin Henriette Reker erwähnte in ihrem Grußwort zuvor die Asientournee, von der das Gürzenich-Orchester vor kurzem erfolgreiche zurückgekehrt sei. Immer wieder sei François-Xavier Roth ein kultureller Botschafter für Köln. Sie sprach außerdem vom französischen „Savoir vivre“, das François-Xavier Roth mit kölscher Lebensfreude verbände. François-Xavier Roth wiederum betonte in seiner Dankesrede, dass er, obwohl in Mulhouse im Elsass geboren, sich als Europäer fühle und zeigte sich dankbar dafür, dass der Stadt Köln die kulturellen Belange eines Orchesters nicht gleichgültig seien und Kultur und klassische Musik fördere und er als Franzose hier Bruckner dirigieren dürfe. Nicht zuletzt wies er darauf hin, dass er mit Les Troyens von Hector Berlioz in Vorbereitungen zu einer ganz großen Saisonpremiere für die Kölner Oper involviert sei. Das würde wieder etwas ganz, ganz Großes! Die Premiere ist am 24. September in der Oper Köln im Staatenhaus.

Gedenkveranstaltung für Stefan Soltész

Mit Solist*innen des Aalto-Ensembles, Sänger*innen des Aalto-Opernchors sowie Musiker*innen der Essener Philharmoniker am 3. Oktober, um 11:00 Uhr im Aalto-Theater.

Eintritt frei. Zählkarten im Vorverkauf oder ggf an der Theaterkasse erhältlich

Stefan Soltesz. Foto: Matthias Jung

(PR 06. September 2022) Der plötzliche Tod des früheren Intendanten und Generalmusikdirektors Stefan Soltész vor wenigen Wochen hat nicht nur die Belegschaft der Theater und Philharmonie Essen, sondern auch die Freund*innen des Aalto-Theaters und der Essener Philharmoniker unerwartet getroffen. Im Rahmen einer öffentlichen Gedenkveranstaltung haben die ehemaligen Kolleg*innen, Gefährt*innen und treuen Theater- und Konzertbesucher*innen nun die Gelegenheit, einen großen Theatermenschen und Künstler zu ehren und von ihm Abschied zu nehmen. Die Veranstaltung findet am Montag, 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit), um 11:00 Uhr im Aalto-Theater statt. Für die musikalische Gestaltung sorgen Solist*innen des Aalto-Ensembles, Sänger*innen des Opernchors des Aalto-Theaters sowie Musiker*innen der Essener Philharmoniker. Eine offizielle Gedenkfeier richtete die Komische Oper Berlin am 4. September aus.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker übergibt Förderstipendien

Leistungen von Nachwuchskünstler*innen werden in fünf Sparten gefördert

Presseeinladung/Fototermin
Freitag, 12. August 2022, 17 Uhr

Historisches Rathaus, Piazzetta
Eingang Alter Markt
Köln-Innenstadt

(PR 09. August 2022) Um herausragende Leistungen von Nachwuchskünstler*innen zu würdigen, vergibt die Stadt Köln jedes Jahr fünf Förderstipendien in den Sparten Bildende Kunst (Friedrich-Vordemberge-Stipendium), Medienkunst (Chargesheimer-Stipendium), Literatur (Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium) und Musik (Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium sowie das Horst und Gretl Will-Stipendium). Die Mittel für das Horst und Gretl Will-Stipendium für Jazz/Improvisierte Musik werden von der Horst und Gretl Will-Stiftung zur Verfügung gestellt.

Die Stipendien sind mit jeweils 12.000 Euro dotiert.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker übergibt die Förderstipendien am Freitag, 12. August, 17 Uhr, in der Piazzetta des Historischen Rathauses und lädt die Stipendiat*innen ein, sich in das Gästebuch der Stadt Köln einzutragen.

Als diesjährige Preisträger*innen wurden ausgewählt:

  • Justine Bauer (Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium)
  • Donja Nasseri (Chargesheimer-Stipendium)
  • Jeehye Song (Friedrich-Vordemberge-Stipendium)
  • Simon Bahr (Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium)
  • Felix Hauptmann (Horst und Gretl Will-Stipendium)

Kölns Kulturdezernent Stephan Charles hatte den Vorsitz der Jury inne. Neben ihm waren Vertreter*innen des Rates der Stadt Köln sowie Fachjuror*innen jeder Sparte an der Auswahl der Preisträger*innen beteiligt. Zur Teilnahme an dem Auswahlverfahren waren Künstler*innen berechtigt, die in Nordrhein-Westfalen wohnen und arbeiten und im Verleihungsjahr nicht älter als 35 Jahre sind; im Fall des Horst und Gretl Will-Stipendiums nicht älter als 30 Jahre.

Weitere Informationen zu den Preisträger*innen können unter https://www.stadt-koeln.de/artikel/04493/index.html nachgelesen werden.

Anmeldekontakt für Medienvertreter*innen:

Kerstin Maida/Kulturamt
Kerstin.maida@stadt-koeln.de
Telefon: 0221/221-35730

Stefan Soltesz ist tot! Nach einem Zusammenbruch im Orchestergraben

Stefan Soltesz. Foto: Thilo Beu

(PR 23. Juli 2022) Mit Entsetzen und großer Trauer gibt die Bayerische Staatsoper den Tod von Stefan Soltesz bekannt. Der Dirigent verstarb gestern Abend, am 22. Juni 2022, nach einem Zusammenbruch während seines Dirigats von Die Schweigsame Frau im Nationaltheater. In Gedanken ist das Haus vor allem bei seiner Frau Michaela. „Die Nachricht über den Zusammenbruch und das Ableben von Stefan Soltesz macht mich zutiefst traurig. Wir verlieren einen begnadeten Dirigenten. Ich verliere einen guten Freund. Meine Gedanken sind bei seiner Frau Michaela“, so Staatsintendant Serge Dorny. Stefan Soltesz, geboren in Ungarn, studiert Komposition, Klavier und Dirigieren bei Hans Swarowsky an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Nach Stationen als Dirigent in Wien und Graz und als Musikalischer Assistent von Karl Böhm, Christoph von Dohnányi und Herbert von Karajan bei den Salzburger Festspielen wird er Dirigent an der Staatsoper Hamburg, der Deutschen Oper Berlin sowie Generalmusikdirektor am Staatstheater Braunschweig. Von 1992 bis 1997 ist er Chefdirigent der Vlaamse Opera in Antwerpen/Gent, von 1997 bis 2013 Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musiktheaters. Gastdirigate führten ihn regelmäßig an die großen Opernhäuser Deutschlands sowie nach Wien, Paris, Rom, Budapest, Warschau, Amsterdam, London, zu den Festivals in Aix-en-Provence, Glyndebourne und Savonlinna, nach Buenos Aires, Japan und in die USA.

Sarah Aristidou. Foto: Andrej Grilc

Sopranistin Sarah Aristidou erhält den Belmont-Preis 2022 für zeitgenössische Musik

(PR 30. Mai 2022) Die Forberg-Schneider-Stiftung verleiht den mit 20.000€ dotierten Preis für zeitgenössische Musik erstmals an eine Sängerin. Die französisch-zypriotische Sopranistin Sarah Aristidou durchdenke jeden Ton. Ihr Gesang sei „Manifestation blitzender Intelligenz, Expressivität und Sinnlichkeit”, so das Kuratorium. Sarah Aristidou wurde 1991 in Paris geboren, studierte Musikwissenschaft an der Sorbonne, dann an der UdK in Berlin Gesang, absolvierte ein Masterstudiengang an der Hochschule für Musik und Theater in München, und startete als Mitglied des Internationalen Studios der Staatsoper unter den Linden in ihre Karriere. Sie beeindruckte als Interpretin in Uruafführungen von Wolfgang Rihm oder Manfred Trojahn. Aribert Reiman komponierte für sie die Cinq framents lyriques. Derzeit ist sie in der Rolle der Nausikaa in Luigi Dallpiccolas Ulisse an der Oper in Frankfurt zu erleben. Die Preisverleihung findet am 10. November 2022 im Gartensaal des Prinzregententheaters in München statt. Im Anschluss an das zweite Abonnementkonzert des Münchener Kammerorchesters mit Sarah Aristidou unter Leitung von Bas Wiegers.

 

Foto: Wilfried Hösl. Bayerische Staatsoper

Im Rahmen der Vorstellung von Bluthaus wurde Bo Skovhus am Dienstag, den 25. Mai 2022 zum Bayerischen Kammersänger ernannt

(PR 27. Mai 2022) Nach der Vorstellung von Bluthaus am Mittwoch, dem 25. Mai 2022 hat Staatsindendant Serge Dorny, Bo Skovhus, in Vertretung des Staatsministers, zum Bayerischen Kammersänger ernannt. Zuletzt sang der dänische Bariton 2019 an der Bayerischen Staatsoper in Karl V. die Titelpartie. Sein Hausdebüt gab Bo Skovhus 1995 als Graf Almaviva in Le nozze di Figaro. Weitere Partien an der Staatsoper waren unter anderem Šiškov in Aus einem Totenhaus (2018), Dr. Schön/Jack the Ripper in Lulu (2015, Don Giovanni in Don Giovanni (2002) und Gabriel von Eisenstein in der Fledermaus (zwischen 2000-2018). Seit 1995 stand der Sänger an mehr als 70 Abenden auf den Bühnen der Bayerischen Staatsoper. Der Titel „Bayerische:r Kammersänger:in“ ist eine Dienstbezeichnung, die in unregelmäßigen Abständen seit 1955 durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag der Bayerischen Staatsoper (bzw. eines der anderen Bayerischen Staatstheater) für herausragende künstlerische Leistungen (über mindestens fünf Spielzeiten) verliehen wird. Bisher wurden über 130 Sänger:innen ausgezeichnet

 

Ein Zeichen fürs Klima: Feierliche Staffelübergabe und ein Tag voller Nachhaltigkeitsaktionen in Bonn

Foto: Thilo Beu. Oper Bonn

Bei strahlendem Sonnenschein nahm am Mittwoch, dem 11. Mai eine Gruppe von Bonner Kulturschaffenden vor dem Alten Rathaus auf dem Bonner Marktplatz den Staffelstab des Theater-Staffellaufs fürs Klima entgegen.

(PR 11. Mai 2022) Seit dem 1. Mai sind Radlerinnen und Radler von 47 deutschen Theatern, Theaterfestivals und freien Ensembles unterwegs durch Deutschland. Der Staffellauf führt über zwei Routen mit insgesamt 30 Stationen durch die gesamte Bundesrepublik von Nord nach Süd, von Theater zu Theater. Dabei wird ein Apfelbaumsetzling weitergegeben und am 19. Mai an der Endstation in Augsburg beim dortigen Klimafestival feierlich in die Erde gepflanzt. Zurückgelegt wird der Weg mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu der Aktion aufgerufen hat „Performing for Future – Netzwerk für Nachhaltigkeit in den Darstellenden Künsten”. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss verschiedener Akteurinnen und Akteure der Darstellenden Künste aus ganz Deutschland.

Am 11. Mai um 14 Uhr erreichte eine Delegation vom Düsseldorfer Schauspielhaus den Bonner Marktplatz und wurde dort herzlich in Empfang genommen. Begrüßt wurden die Radlerinnen und Radler von der Bonner Kulturdezernentin Dr. Birgit Schneider-Benninger, dem Generalintendanten des Theater Bonn Dr. Bernhard Helmich, dem Orchesterdirektor des Beethoven Orchester Bonn Michael Horn, der Geschaftsführerin des Theater im Ballsaal Svenja Pauka, Harald Ganns, Senior Advisor bei den Vereinten Nationen Bonn, und dem „Rhein Ranger” Daniel Breitfelder und einer Gruppe von Bonner Radlerinnen und Radlern.

„Wir als Theater Bonn setzen heute bewusst ein Zeichen für unser Klima und nehmen mit Freude den Apfelbaumsetzling als symbolischen Staffelstab entgegen”, so Dr. Bernhard Helmich. Nachhaltigkeit wird in der Bonner Kulturlandschaft großgeschrieben, seit Anfang dieses Jahres mehr denn je. Im Januar 2022 ging das Projekt MOVING TOGETHER – eine strategische Kooperation zwischen dem Theater Bonn, dem Beethoven Orchester Bonn, der Stadt Bonn und den Vereinten Nationen Bonn – an den Start. Das Ziel: den internationalen Austausch fördern und das Thema Nachhaltigkeit noch stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern.

„Nur gemeinsam können wir den Erhalt unserer Welt zu einer mitreißenden Mainstream-Bewegung machen. Deshalb finde ich die Aktion großartig: Mit unserem Beitrag sind wir Teil einer weit-vernetzten Aktion und machen die auf den ersten Blick ein wenig abstrakten Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Klimaschutz auf der Bühne sichtbar”, findet Dirk Kaftan, Chefdirigent des Beethoven Orchester Bonn. Und auch Harald Ganns von der UN äußert sich begeistert über die Bonner Teilnahme am Staffellauf: „Die Fahrräder stehen für nachhaltige Verkehrsmittel, der Apfelbaumsetzling für eine nachhaltige Ernährung. Gemeinsam können wir mit kleinen Schritten einen großen Einfluss auf die Welt von morgen nehmen.”

Ein buntes Programm für Bonn Im Anschluss an die Begrüßung und feierliche Staffelübergabe auf dem Marktplatz fand am Nachmittag an verschiedenen Stellen in Bonn ein vielfältiges Programm rund um das Thema Nachhaltigkeit statt. Im Anschluss kamen Radlerinnen und Radler sowie Besucherinnen und Besucher auf dem Opernrasen zusammen, um sich mit einem veganen Buffet zu stärken und musikalischen Klangen zu lauschen.

Der Ernst von Siemens Musikpreis 2022 geht an Olga Neuwirth!

Foto: Rui Camilo. EvS Musikstiftung

Die Auszeichnung für ein Leben im Dienste der Musik ist mit 250.000 Euro dotiert. Die mit 35.000 Euro ausgestatteten Komponist_innen-Förderpreise gehen in diesem Jahr an Benjamin Attahir aus Frankreich, die Britin Naomi Pinnock sowie Mikel Urquiza aus Spanien. Die Preisverleihung findet am 2. Juni 2022 im Münchner Prinzregententheater statt.

(PR 10.03.2022) Mit der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth zeichnet die Ernst von Siemens Musikstiftung eine Künstlerin aus, die mit ihrer Musik radikal neue Wege einschlägt, die der zeitgenössischen Musik ein neues Gesicht verleiht, die sich aber auch einmischt, Stellung bezieht und sich nicht scheut, Missstände anzusprechen. (Siehe klassikfavori Interview zur Uraufführung von Masaot/clocks without hands 2013) Neuwirth ist eine der einflussreichsten Komponist_innen ihrer Zeit, die in ihren Arbeiten seit den späten 1980er-Jahren feministische Anliegen mit einer multimedialen Praxis verbindet. Neuwirths einzigartige, alle Genregrenzen überschreitende Klangsprache geht ganz wesentlich auf ihre schonungslose Offenheit gegenüber anderen Kunstformen zurück. Der Film und die Videokunst spielen dabei eine herausragende Rolle. (Siehe klassikfavori über ihre Musik zum Film “Die Stadt ohne Juden”). Aber auch von der Literatur, der Bildenden Kunst, der Wissenschaft bis hin zur Popmusik hat sie immer wieder Impulse, Stoffe und Techniken anderer Kunstformen für die Neue Musik fruchtbar gemacht. Hierher gehören auch die Inszenierung von Popkultur bei Klaus Nomi oder die enge und langjährige Zusammenarbeit mit Elfriede Jelinek. Gerade in der Zusammenarbeit mit Jelinek hat sich Neuwirth bereits seit den 1980er-Jahren von der ihr zugewiesenen Rolle als Frau in einer männerdominierten Musikwelt erfolgreich distanziert. Zu Neuwirths Ausdrucksformen gehören neben traditionellen Konzertformen und dem Musiktheater auch Installationen, Hörspiele, Theater- und Filmmusiken sowie Fotografien. Beständig löst Neuwirth vermeintlich binäre Kategorien auf; Kategorien wie virtuell/physisch, analog/digital, weiblich/männlich stehen in ihren Werken auf dem Prüfstand. Dadurch werden auch die Grenzen von Genderzuschreibungen sichtbar, ganz besonders 2019 in ihrem Musiktheater und „Opus summum“ Orlando.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch ihre Klang-/Film-Installation … miramondo multiplo …, die für die documenta 12 den komplexen Kompositionsprozess mit allen Verästelungen und Verwerfungen festhält. Neuwirth selbst bezeichnet ihre Kunst als eine „Art-In-Between“, womit sie das Hybride, Offene ihrer Arbeit benennt. Gleich mehrfach hat Neuwirth Werke für das Musiktheater geschaffen, mit denen sie die Maßstäbe des Genres sprengte und neu definierte. Hierher gehört die surrealistische Multimedia Oper Bählamms Fest (1994/1998) bei dem das digitale Morphing der Stimmen die Möglichkeiten der vokalen Artikulation grundlegend erweiterte. 2002 komponierte sie die Oper Lost Highway nach dem gleichnamigen Film von David Lynch und löste so die Grenze zwischen Film und Oper auf. 2015 schuf Neuwirth für die Donaueschinger Musiktage mit Le Encantadas o le avventure nel mare delle meraviglie ein raumgreifendes Werk basierend auf den wissenschaftlich-akustischen Messdaten einer venezianischen Kirche, mit dem sie eines ihrer wichtigsten Vorbilder, Luigi Nono, und mit ihm die Stadt Venedig würdigt.

Gerade im Musiktheater zeigt sich wie vielfältig Neuwirth mit Musik umgeht. In der Beschäftigung mit der emotionalen Wirkung und der Körperlichkeit von Klang spaltet Neuwirth den Klang in seine reale Erscheinung einerseits, seinen Repräsentationscharakter andererseits. Erstmals virulent wurde diese Technik in der 1989 entstanden „Media-Transfer-Komposition“ dialogues suffisants, in der ein Violoncello einem visuell und akustisch aus einem anderen Raum übertragenen Schlagzeug gegenübersteht. Der Einsatz gebrochener, verzerrter Mittel, sowie ihre Forderung nach „androgynen Klängen“ ist bei Neuwirth seit den frühen 1990er-Jahren Prinzip und Grundlage ihrer Ästhetik so wie ihrer politischen Einstellung. Das macht ihr Werk angesichts der tiefgreifenden Veränderungen in Gesellschaft, Musikbetrieb und Politik immer noch unbequem. Neuwirths Klangsprache ist vielseitig, unberechenbar und bisweilen auch rau und scharf. Sie ist Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ihres sozialen Engagements. Immer wieder hat sie sich öffentlich ausgesprochen für Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung – in der Musik und in der Gesellschaft. Dabei hat sie niemals die Konfrontation gescheut.

Berühmt wurde ihre Rede „Ich lasse mich nicht wegjodeln“, mit der sie 2000 öffentlich gegen die repressive Kulturpolitik der FPÖ in Österreich demonstrierte. All dies trägt entscheidend dazu bei, dass Olga Neuwirth mit einer der eigenständigsten und aufregendsten Stimmen aus dem Chor der aktuellen Komponierszene heraussticht. Sie ist eine der großen Transgressiven in der zeitgenössischen Musikwelt.

Theater Krefeld/Mönchengladbach: Opernstudio Niederrhein sucht neue Talente

(PR 10.01.2022) Für die Spielzeit 2022/23 werden fünf Stipendien vergeben. Nachwuchskünstler können sich bis zum 11. März 2022 bewerben.

Das Theater Krefeld/Mönchengladbach bietet seit zehn Jahren mit seinem Opernstudio Niederrhein jährlich fünf jungen Nachwuchstalenten den Einstieg in eine professionelle Bühnenlaufbahn. Für die Spielzeit 2022/23 werden fünf Positionen neu besetzt: vier für Solo-Gesang und eine für Piano.

Neben spartenspezifischen Meisterkursen und Workshops für musikalische und szenische Interpretation mit erfahrenen Musikerpersönlichkeiten und Dozenten, nehmen die Mitglieder des Jungen Theaters an spartenübergreifenden Projekten, Kursen und Produktionen teil. Außerdem erhalten sie Unterweisungen in Vertragsrecht und Agenturwesen sowie Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen.

Die Opernstudiomitglieder bekommen eine monatliche Vergütung in Höhe von 2.000 Euro. Sie verpflichten sich während ihrer Teilnahme am Opernstudio im Raum Mönchengladbach zu wohnen und die Angebote und Proben des Opernstudios wahrzunehmen.

Alle weiteren Informationen zur Teilnahme an der Ausschreibung finden Sie auf der Webseite des Opernstudios Niederrhein.

Titus Engel wird ab der Saison 2023/24 neuer Principal Conductor der Basel Sinfonietta

Der Schweizer Dirigent Titus Engel wird ab der Saison 2023/24 als Principal Conductor der Basel Sinfonietta die Leitung des weltweit einzigen großen Orchesters für zeitgenössische Musik übernehmen. Die Wahl erfolgte Anfang Dezember in einer basisdemokratischen Abstimmung unter den Mitgliedern des in Basel beheimateten Orchesters. Damit wird er Baldur Brönnimann ablösen, der seit der Saison 2016/17 der Basel Sinfonietta als erster Principal Conductor in der Geschichte des Orchesters vorsteht.

Titus Engel wurde 2020 vom Magazin Opernwelt zum Dirigenten des Jahres gekürt. Durch seinen umfassenden Blick auf das Repertoire verschiedenster Epochen begreift er Werke stets in ihrer vielfältigen Beziehungshaftigkeit. Er ist ein Verfechter innovativer Konzertformate. Geschätzt für seine Expertise auf dem Gebiet historischer Aufführungspraxis ebenso wie für seine präzisen Dirigate komplexer zeitgenössischer Projekte, ist der in Berlin ansässige geborene Zürcher regelmäßig auch mit zentralen Werken der Opernliteratur zu erleben. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Oper Frankfurt, der Oper Stuttgart, dem Theater Basel, dem Grand Théâtre de Genève und der Opéra de Lyon. Immer bereit, in der Auseinandersetzung mit szenischen Konzepten am Pult neue Wege zu beschreiten, versteht er Musiktheater als Experimentierfeld, auf dem gesellschaftliche Utopien gedeihen können.

Titus Engel: „Ich freue mich sehr darauf, die Position des Principal Conductor ab der Saison 2023/24 zu übernehmen und danke den Mitgliedern der Basel Sinfonietta für ihr Vertrauen. Ich möchte gemeinsam mit diesen großartigen Musikerinnen und Musikern Projekte realisieren, die zeigen, wie packend und vielseitig die Musik unserer Zeit ist. Es geht mir darum, besondere Konzerte für ein breites Publikum zu entwickeln und gleichzeitig die internationale Ausstrahlung der Basel Sinfonietta zu intensivieren. Ich freue mich ebenfalls sehr auf eine enge Zusammenarbeit mit den Komponistinnen und Komponisten sowie den zahlreichen der Moderne zugeneigten Institutionen in Basel.“

Franziska Németi-Mosimann, Präsidentin des Orchestervorstands der Basel Sinfonietta: „Titus Engel als neuer Principal Conductor in der Nachfolge von Baldur Brönnimann ist ein Glücksfall für das Orchester. Die bisherigen Gelegenheiten zur Zusammenarbeit im Rahmen vergangener Konzert haben bewiesen, dass die Chemie zwischen dem Orchester und Titus Engel stimmt. Wir freuen uns, von seinem Erfahrungsschatz im Bereich des zeitgenössischen Repertoires und innovativer Konzertformate, die ja die DNA der Basel Sinfonietta ausmachen, profitieren zu können.“

Die Basel Sinfonietta freut sich darauf mit Titus Engel den bereits mit seinem Vorgänger Baldur Brönnimann eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Getragen vom Anspruch, durch Kompositionsaufträge, Uraufführungen und Schweizer Erstaufführungen Musik am Puls der Zeit zur Aufführung zu bringen, weitet die Basel Sinfonietta seit ihrer Gründung im Jahr 1980 den Rahmen der klassischen Konzertkonventionen und lässt mit gewagten Programmen voller zeitgenössischer Musik international aufhorchen.

Baldur Brönnimann wurde von der Basel Sinfonietta zur Saison 2016/17 als erster Principal Conductor in der Geschichte des Orchesters berufen. Mit seinem unablässigen Einsatz und seiner Fähigkeit ein breites Publikum in Basel und darüber hinaus für neue Musik zu interessieren, hat der Schweizer dazu beigetragen, das Orchester weiter zu entwickeln und dessen Profil zu schärfen.

Mehr Informationen zur Basel Sinfonietta finden Sie unter: www.baselsinfonietta.ch

Führungsduo der Deutschen Oper am Rhein verlängert Verträge bis 2027

Der Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, Prof. Christoph Meyer, und die Geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown verlängern ihre Verträge bis zum 31. Juli 2027. Die Gesellschafter­versammlung der „Deutschen Oper am Rhein Theatergemeinschaft Düsseldorf Duisburg gGmbH“ hat in ihrer Sitzung vom Dienstag, 07. Dezember 2021, eine entsprechende einstimmige Empfehlung des Aufsichtsrates bestätigt und so den Weg für die Vertragsverlängerung geebnet. Das Führungsduo der Deutschen Oper am Rhein bleibt nun bis zum Ende der Saison 2026/27 verantwortlich für die Geschicke der nunmehr 65 Jahre alten Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg.

Prof. Christoph Meyer ist seit der Saison 2009/10 Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein. Er verlängert seinen bis 2024 laufenden Vertrag nun um weitere drei Jahre bis Mitte 2027. Alexandra Stampler-Brown übernahm das Amt der Geschäftsführenden Direktorin zur Spielzeit 2014/15 und verlängert ihren bis 2022 laufenden Vertrag um fünf Jahre – damit läuft dieser ebenfalls bis Mitte 2027.

„Das Duo Christoph Meyer und Alexandra Stampler-Brown hat die künstlerische wie wirtschaftliche Entwicklung der Deutschen Oper am Rhein erfolgreich vorangetrieben. Ich freue mich sehr, dass die beiden auch weiterhin für die Deutsche Oper am Rhein wirken werden. Nicht zuletzt, wenn es um die Zukunft des neuen Düsseldorfer Opernhauses geht, werden wir ihre Erfahrung und ihre Visionen dringend benötigen, um diesen Prozess in gute Bahnen zu führen”, so der Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf und derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Oper am Rhein, Dr. Stephan Keller.

Der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass mit den erneuten Vertragsverlängerungen Generalintendant Professor Christoph Meyer und Alexandra Stampler-Brown als Geschäftsführende Direktorin ihre erfolgreiche Arbeit bis 2027 fortsetzen werden. Kontinuität und die gerade in den Pandemiezeiten besonders erforderliche Flexibilität und Innovationsfähigkeit in der Führung unseres Zweistädteinstituts prägen damit weiterhin die langjährige Intendanz von Professor Meyer sowie die andauernde geschäftsführende Leitung der Deutschen Oper am Rhein durch Alexandra Stampler-Brown.”

Stefan Charles übernimmt das Kölner Dezernat für Kunst und Kultur

Damit folgt der Kölner Rat dem Vorschlag von OB Henriette Reker und wählt sich einen Schweizer als neuen Beigeordneten für Kunst und Kultur

Stefan Charles

(PR 23.8.2021) Der neue Kölner Kulturdezernent Stefan Charles (54) ist mit großer Mehrheit im Kölner Stadtrat gewählt worden. Charles ist gebürtiger Schweizer. Er stammt aus dem Kanton Freiburg, hat zunächst in der Musikindustrie für ein Label in Berlin gearbeitet, dann Leitungsfunktionen in Veranstaltungsgesellschaften, der Züricher Hochschule der Künste übernommen und war Kaufmännischer Direktor am Kunstmuseum Basel, wo er umfangreiche Bauprojekte erfolgreich abgeschlossen hat. Ob sich das auf die Fertigstellung der Kölner Oper begünstigend auswirkt? Zuletzt war Stefan Charles Abteilungsleiter beim Schweizer Radio und Fernsehen und dort in der Geschäftsleitung tätig. Zusätzlich zur Programmverantwortung gehörte auch die Film-, Musik- und Literaturförderung zu seinen Aufgaben. Neben seiner Begeisterung für Kunst und Kultur bringt er Erfahrungen in Nachhaltigkeit- und Digitalisierungsprojekten ein.

Hessischer Verlagpreis 2021 geht an den Furore Verlag: Musiknoten aus Kassel sind einzigartig

(PR 6. Juni 2021) “Musiknoten aus Kassel sind einzigartig!” Die Jury des Hessischen Verlagpreises überzeugt beim Kasseler Furore Verlag die konsequente Linie, mit der seit 35 Jahren ausschließlich Werke von Komponistinnen veröffentlicht werden. „Bis heute ist der Verlag mit seinen Noten, Büchern und CD-Veröffentlichungen weltweit einzigartig. Über 2000 Werke von 170 Komponistinnen aus fast allen Erdteilen wurden bisher veröffentlicht. Furore hat die Musik von Frauen, die jahrhundertelang ignoriert oder missachtet wurde, im Konzertleben wieder hörbar gemacht, ihnen zum Durchbruch im internationalen Konzertbetrieb verholfen und damit einen wichtigen Beitrag zum Musikleben nicht nur in Deutschland geleistet.“ Die Kasseler Betriebswirtin Renate Matthei gründete im September 1986 den Furore Musikverlag, der im Programm ausschließlich Noten und Bücher von und über Komponistinnen aus allen Jahrhunderten haben sollte. In diesem Jahr, 2021, feiert der Furore Verlag sein 35. Jahresjubiläum. Er ist nach wie vor weltweit der einzige Musikverlag, der exklusiv Noten, Bücher und CDs von und über Komponistinnen im Programm hat. Der Hessische Verlagpreis wird seit 1918 vergeben. Er ist mit 5000€ dotiert.

Das diesjährige Kammermusikfest SPANNUNGEN in Heimbach streamt vom 20. bis 27. Juni jeden Abend!

(PR 28. Mai 2021) 17 Weltklasse-Künstler werden sich in der letzten Juni-Woche 2021 zum gemeinsamen Musizieren bei dem Kammermusikfest SPANNUNGEN: Musik im Kraftwerk Heimbach wieder treffen. Der aus Düren stammende Pianist Lars Vogt, künstlerischer Leiter, hat ein Programm mit Franz Schubert im Mittelpunkt konzipiert, umrahmt von Kompositionen neuerer und neuester Prägung, die sich wiederum auf Franz Schubert besinnen. Sie spielen auf Schuberts angebliche Sehnsucht nach der Normalität an, was in der aktuellen Weltlage aus der „Zeit gefallen“ zu sein scheint. Komponist Thomas Larcher hat dazu ein programmatisches Klavierstück „Aus der Zeit gefallen“ seinem Freund Lars Vogt gewidmet. Es gibt in dieser 23. Saison keine öffentlichen Proben. Vor den Streaming-Konzerten jeden Abend vom 20. bis zum 29. Juni gibt es Konzerteinführungen. Der Deutschlandfunk überträgt einige Konzerte direkt, andere zu einem späteren Zeitpunkt. Weitere Infos

Hier der Programmflyer

Zamus: Das Kölner “Early music festival” wagt Neustart Ende Juni!

(PR 26. Mai 2021) Zum Sommeranfang wagt das zamus einen Neustart mit seinem Festival, das vom 22.6. bis 1.7.2021 stattfinden soll. Mit dieser Ausgabe wird dann endlich aus dem erfolgreichen “Kölner Fest für Alte Musik” nach 10 Jahren das zamus: early music festival. Die programmatische Ausrichtung und Internationalität soll sich im neuen Namen widerspiegeln. Der neue Festivalleiter Ira Givol, der schon das (ausgefallene) Zamus: early music festival 2020 verantwortete, kann dann erstmals seine eigene Konzeption hören lassen. Das Thema “Tag und Nacht / Himmel und Erde” im diesjährigen Festivaltitel fokussiert nicht nur musikalisch, sondern auch im direkten Diskurs zwischen Künstler*innen und Publikum die Vielschichtigkeit einer Gesellschaft mit ihrem größer gewordenen Zwiespalt zwischen glänzendem Reichtum und Helligkeit einerseits und düsterer Armut andererseits. 17 Konzerte und Veranstaltungen an 14 Spielorten in 10 Tagen – mit Musik, die sich vom 9. bis ins 21. Jahrhundert erstreckt, die gesellschaftliche Umbrüche reflektiert, sich im Spannungsfeld zwischen Hochkultur und Popkultur bewegt, mit den Wechselwirkungen zwischen Volksmusik und sogenannter Kunstmusik spielt. Ein Programm, das auch zeitgenössischen Tanz, Film und die realen Aufführungsbedingungen der Künstler*innen mit einbezieht und so die große Vielfalt der Alte-Musik-Szene neu beleuchtet. Internationale Künstler*innen und Ensembles sind dabei wie Sequentia (apokalyptische Lieder), Midori Seiler (mit einem Soloprogramm), Matan Porat (Stummfilmbegleitung auf dem Cembalo), Alon Sariel, Ars Choralis Coeln (Musik von Hildegard von Bingen), Graindelavoix (flämische Vokalpolyphonie), Concerto Köln und Chorwerk Ruhr mit Solistin Hana Blažíková (Händels Oratorium Esther, nur als Live-Stream), nuovo aspetto (Himmelsdialoge aus dem 17. Jahrhundert), Harmonie Universelle (eine konzertanter Wettbewerb à la carte) und einer Uraufführung mit einem Mix aus Alter Musik und Zukunftsvisionen. Weitere Informationen hier

Die Preisträger des “Mortier-Awards” und des “Mortier Next Generation” stehen fest: Alexander Kluge und Ulrike Schwab

Regisseurin Ulrike Schwab. Foto: Dornhege Reyes

(PR 23. Mai 2021) „Theater machen bedeutet, die Routine des Alltäglichen zu durchbrechen, die Akzeptanz wirtschaftlicher, politischer und militärischer Gewalt als Normalität infrage zu stellen, die Gemeinschaft zu sensibilisieren für Fragen des menschlichen Daseins, die sich nicht durch Gesetze regeln lassen…“ Dieser Glaubenssatz stammt von Gerard Mortier. 2014 ist der belgische Dramaturg, Intendant und visionären Theatermann verstorben. Seitdem erinnert der “Mortier-Award” an ihn.

Der nicht dotierte und alle zwei Jahre verliehene Mortier-Award geht in diesem Jahr an den Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge. “Weil in Kluges Schaffen Bild, Wort, Klang, Raum und Zeit kongenial ineinander griffen, habe er auch ein besonderes Interesse an Oper und Musiktheater und arbeite mit am Verständnis für diese hochkomplexe Ausdrucksform, die empfänglich mache für unsere gefährdete Existenz, für die wir oft blind und taub seien“, so die Urteilsbegründung aus der Jury. Bei den Jubiläumsfestspielen im letzten Jahr hat Alexander Kluge in Salzburg mit einer Rede über das Jahrhundert beeindruckt. Die Preisverleihung findet im Rahmen der diesjährigen Salzburger Festspiele am 17. August statt.(Anmeldung unter www.festspielfreunde.at)

Auch der 2019 ins Leben gerufene „Mortier Next Generation“ Förderpreis ist mit Salzburg verbunden. Die Festspiele finanzieren diesen mit 30.000€ dotierten Preis, der Europaweit in den Bereichen Regie, Musik, Bühnengestaltung oder Technik junge Nachwuchstalente fördern soll, ebenso wie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Fondation Pierre Bergé / Yves Saint-Laurent in Frankreich und die belgische Regionalregierung Flandern. Der polnische Dramaturg, Librettist, Regisseur und Kurator Krystian Lada war der erste Preisträger. Dieses Jahr erhält ihn die deutsche Musiktheater-Regisseurin Ulrike Schwab. “Seit ihrem Operngesang- und Musiktheaterregie-Studium sei sie auf der Suche nach neuen Formen und Sprachen im Musiktheater und habe vielversprechende Ansätze in eigenen Regiearbeiten im Grenzbereich von Oper, Schauspiel und Performance entwickelt”, heißt es in der Begründung sinngemäß. Ulrike Schwab hatte bereits 2020/21 eine Förderung am “Mortier next Gereation Fellow” am Wissenschaftskolleg in Berlin.

Generalmusikdirektor Joseph Trafton verlängert am Theater in Hagen

Joseph Trafton. Foto: Leszek Januszewski

(PR 27. April 2021) Der Vertrag des seit 2017 bei der Theater Hagen gGmbH tätigen Generalmusikdirektors Joseph Trafton ist nach einem entsprechenden Ratsbeschluss bis zum Ende der Spielzeit 2024/25 verlängert worden. Joseph Trafton begeisterte das Hagener Publikum in den letzten Jahren als Dirigent von Sinfonie- und Sonderkonzerten in der Stadthalle sowie zahlreichen Opernabenden im Theater Hagen.

Hein Mulders wird neuer Intendant in Köln und löst Birgit Meyer ab

Hein Mulders. Foto: Sven Lorenz

(PR 13. April 2021) Am 1. September 2022 wird Hein Mulders als “Opernintendant und Betriebsleiter der Bühnen Köln” für fünf Jahre bis 2027 die Kölner Oper leiten und Birgit Meyer nach ihrer zehnjährigen Intendanz ablösen. Mulders übernimmt für mindestens ein Jahr das Opernhaus in seiner Interims-Spielstätte im Staatenhaus. Die Eröffnung des im Verlauf seiner Sanierung immer wieder in die Schlagzeilen geratenen Kölner Opernhauses am Offenbachplatz ist für 2023/24 geplant. Pamela Rosenberg aus der Findungskommission erklärt, dass Hein Mulders sich als “ein erfolgreicher Opern-, Konzert- und Kulturmanager” präsentieren könne. Ihn zudem “ausgeprägte menschliche, zeitgemäße Führungsqualitäten” auszeichnen sowie “die Fähigkeit, Künstler*innen und Mitarbeiter*innen im Dialog zu Höchstleistungen zu motivieren”. Bis zu seinem Wechsel nach Köln bleibt der gebürtige Niederländer in Essen, wo er als Intendant für das Aalto-Musiktheater, die Essener Philharmoniker und die Philharmonie Essen verantwortlich ist.

Dortmund will mit überarbeitetem Plan am 17. April sein Haus öffnen

(PR 13.2.2021) “Großartige Partituren in Klang und Szene für ein Live-Publikum wieder lebendig werden zu lassen” und in sein Haus einzuladen, das wünscht sich Intendant Heribert Germeshausen.

Am 17. April startet die Dortmunder Oper mit einem barocken Pasticcio aus Arien von Monteverdi, Vivaldi, Porpora, Broschi, Purcell und Händel (Regie: Andreas Rosar) in das überarbeitete Opern-Finale der Saison. Mit Bruno de Sà gibt ein Sopranist, 2020 zum Nachwuchssänger 2020 gekürt, sein Debüt.

13. Mai, Uraufführung von Bernhard Langs, Der Hetzer, Auftragskomposition der Oper Dortmund, Regie: Anne-Kai Schumacher

14. Mai, Thierry Tidrow, Personae handelt von der Identifikation und Inszenierung Jugendlicher in sozialen Netzwerken. Das Projekt der Jungen Oper in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität wird um 10 Uhr vorgestellt. 14. Mai, abends gibt es mit Arien von Gounod, Massenet und Auber u.a. eine Opern-Gala mit der Besetzung der abgesagten Frédégonde-Premiere.

15. Mai, in einer weiteren Opern-Gala interpretiert Michael Volle Arien von Straus und Wagner. Die Vorstellungen vom 13. bis 16. Mai finden im Rahmen des von Heribert Germeshausen in Dortmund neu eingeführten Mai-Festivals statt. Dazu gibt es in diesem Jahr das Symposium “Kinder schafft Neues – Ein Kosmos zur Kraft des sich immer wieder neu erfindenden Musiktheaters”.

16. Juni, Uraufführung von Thierry Tidrows Kinderoper Kirsas Musik 24. Juni, György Kurtágs Fin de Partie in der Regie von Ingo Kerkhof mit Frode Olsen und Hillary Summers, die schon bei der Uraufführung an der Scala in Mailand dabei waren. Weitere Informationen hier

Der Intendant der Opéra Royal de Wallonie, Stefano Mazzonis di Pralafera, ist verstorben

(PR 7. Februar 2021) Mit tiefer Trauer teilt die Opéra Royal de Wallonie-Liège in Belgien mit, dass Intendant Stefano Mazzonis di Pralafera am Sonntag, den 7. Februar 2021 verstorben ist. Seit 2007 war Stefano Mazzonis di Pralafera künstlerischer Leiter und Intendant des königlichen belgischen Opernhauses. Unter seiner Leitung konnte die Opéra Royal de Wallonie-Liège ihre künstlerische Qualität steigern, was sich auf ihren internationalen Ruf und öffentliche Reputation ausgewirkt hat. Die starke überregionale Ausstrahlung des Hauses zieht Besucher aus dem nahen Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg und sogar Großbritannien an. Eine beständig hohe Auslastung weist auch auf die große Beliebtheit und Treue des heimischen Publikums hin. Das Haus ist auch eines der wenigen, das eine Frau, Speranza Scappucci, als ständige Dirigentin verpflichtet. Sie wird bei der voraussichtlich nächsten Premiere am 4. März für Les Contes d‘Hoffmann von Jacques Offenbach im Lütticher Graben stehen.

Die Opéra Royal de Wallonie-Liège in Belgien hätte in der laufenden Saison ihr 200jähriges Bestehen feiern wollen. Doch schon kurz nach der Saisoneröffnung mit La Bohème, der letzten Regiearbeit von Stefano Mazzonis di Pralafera, musste das Opernhaus im Zuge der Corona-Pandemie wieder geschlossen werden.

Hier zu aktuellen Online Übertragungen, realisiert u.a. durch Culturebox und medici.tv

Die neue Chefdirigentin und Musikdirektorin an der Lothringer Oper in Nancy heißt Marta Gardolińska

(PR 27. Januar 2021) Die polnische Dirigentin Marta Gardolińska wird ab der Spielzeit 21/22 neue Musikdirektorin der Opéra national de Lorraine. Die Anfang 30jährige kommt aus Warschau, absolvierte ein Dirigierstudium an der Frédéric Chopin Musikhochschule in Warschau sowie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Nach Meisterkursen bei Bernard Haitink, Peter Eötvös und Marin Alsop wird sie 2015 Erste Dirigentin des Akademischen Orchestervereins Wien, 2017-18 Chefdirigentin des Wiener TU-Orchesters, 2018 stellvertretende Chefdirigentin am Bournemouth Symphony Orchestra. Von 2019-20 assistiert sie als Stipendiatin des Los Angeles Philharmonic Gustavo Dudamel und darf ihm als zweite Dirigentin auf dessen Einspielung aller Symphonien von Charles Ives assistieren, die bei der Deutschen Grammophon herausgekommen ist. Im Oktober 2020 debütierte Gardolińska im Orchestergraben der Opéra de Dijon mit Alexander Zemlinskys Der Traumgörge. Und am 18. Februar gehört ihr das Abendprogramm bei France Musique! Unter ihrer Leitung musiziert das Orchestre de l‘Opéra national de Lorraine Respighis Antice danze ed Arie, Schostakowitschs Konzert für Klavier und Trompete mit den Solisten Alexander Melnikov und David Guerrier, sowie Schuberts Symphonie Nr. 3.Das Konzert wird ab 20 Uhr übertragen.

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