“Béatrice et Bénédict” von Berlioz – Die Kölner Oper punktet mit Spielfreude und perfekt austariertem Klangsinn

Und das in jeder Hinsicht! Denn schon die Ouvertüre mit ihren huschenden Gesten mit Akzentpausen ist eine Herausforderung. François-Xavier Roth, wie immer mit Bleistift als Dirigierstäbchen in der rechten Hand, leitet sichtbar entspannt, dennoch souverän das Gürzenich-Orchester. Es sitzt sichtbar rechts vom Bühnenbild. Das zeigt eine Kulisse mit Rundbogen-Arkaden und eine typisch italienische Straßenfassade mit Fensterläden und einem Platz davor für die großen Chorszenen. Und mit dem Chor, der die sizilianische Gesellschaft am Ort vorstellt, lebendig durchmischt von Alt bis Jung, Blind, fein, heruntergekommen, Männern und Frauen, bricht es los. Und immer wieder wird die Gesellschaft von dem urkomischen Kapellmeister Somarone zu einer Probe am Platz zusammengestaucht. Denn er wittert seine Chance, mit einem Auftritt berühmt zu werden. (Von Sabine Weber) “Béatrice et Bénédict” von Berlioz – Die Kölner Oper punktet mit Spielfreude und perfekt austariertem Klangsinn weiterlesen

Beim stARTfestival in Leverkusen frömmeln Jakub Józef Orliński und Lauren Snouffer operntauglich und sind berückend!

( Jakub Józef Orliński und Lauren Snouffer, Werner Ehrhardt. Titelfoto: peuserdisign.de) Das stARTfestival, mit seinen Heimspielstätten in Leverkusen und im Kulturpalast Wuppertal, Berlin und Bitterfeld, hat sich in diesem Jahr vorgenommen, die Hörsinne vorzüglich wach zu kitzeln. Noch bis Ende Mai sind Stardirigentinnen und Dirigenten auch in ungewohnten Rollen als Liedbegleiter zu erleben, und dazu Liedgesangsdiven und Entdeckungen im Repertoire zu machen.
L‘arte del‘mondo, ständiges Orchester in residence der Bayer Kultur, präsentierte sich im Rahmen des Festivals am Mittwoch im Bayer-Erholungshaus mit unerhörten Solisten: Jakub Józef Orliński und Lauren Snouffer. Sie ließen hören, dass religiöse Rührung mit operntauglichen Mitteln arbeitet. (Von Sabine Weber) Beim stARTfestival in Leverkusen frömmeln Jakub Józef Orliński und Lauren Snouffer operntauglich und sind berückend! weiterlesen

„Shirine“ von Thierry Escaich wird an der Oper in Lyon uraufgeführt – Was für eine Genese!

Nach „Claude“ 2013 – feiert jetzt „Shirine“ ihre Weltpremiere in Lyon. Beides Opern von Thierry Escaich. Die erste Oper hatte einen prominenten Librettisten, Robert Badinter, ehemals Justizminister der Mitterrand-Regierung. Er verarbeitete die Novelle „Claude Geux“ von Victor Hugo, in der Hugo die Todesstrafe anprangert, die schon zu dessen Zeiten vor allem sozial Benachteiligte getroffen hat. Eine Oper von historischer Relevanz also, zumal Badinter die Guillotine auch abgeschafft hat. Das Libretto zu Escaichs zweiter Oper, ebenfalls ein Auftrag der Lyoner Oper, hat der afghanisch-französische Schriftsteller Atiq Rahimi verfasst, Prix de Goncourt-Preisträger, also der höchsten Auszeichung für Schriftsteller in Frankreich. Seine Vorlage: ein Epos des persischen Dichters Nizami aus dem 12. Jahrhundert. Es handelt von der Liebe zwischen einem persischen Prinzen und einer armenischen Prinzessin, die sich erst im Liebestod vollzieht. Diese persische Weltliteratur trifft in Lyon auf modernes Musiktheater. (von Sabine Weber) „Shirine“ von Thierry Escaich wird an der Oper in Lyon uraufgeführt – Was für eine Genese! weiterlesen