Schlagwort-Archive: Kölner Philharmonie

François-Xavier Roth bringt die Kölner Philharmonie mit Bernd Alois Zimmermanns „Soldaten“ in begeisterten Ausnahmezustand!

FXR und BAZs Soldaten! FXR, so wird Dirigent Roth intern hier abgekürzt, triumphiert sogar mit BAZ – das sind die Kürzel des berühmten Kölner Nachkriegs-Avandgarde-Komponisten Bernd Alois Zimmermann! Das muss ihm mal jemand nachmachen. Schon 2018 ist an der Kölner Oper unter seiner Leitung das bei der Kölner Uraufführung 1965 noch unvollständige, weil als unaufführbar abgestempelte Opus magnum Zimmermanns auf historischem Niveau Gerechtigkeit widerfahren. Damals, in der Interimsstätte im Staatenhaus, hat Fura dels Baus sogar versucht, BAZs Idee der „Kugelgestalt der Zeit“ zu entsprechen und hat die Simultanszenen im Gestern, Heute und Morgen auf eine 360° Grad Bühne gebracht. Jetzt, fünf Jahre später, wird vor allem musikalisch getoppt. In der Minimalregie von Calixto Bieito agieren auch dieselben Solisten wie damals. Auswendig! (Von Sabine Weber) François-Xavier Roth bringt die Kölner Philharmonie mit Bernd Alois Zimmermanns „Soldaten“ in begeisterten Ausnahmezustand! weiterlesen

Dem Philharmonie­architekten Peter Busmann wird zum 90. gratuliert. Mit Schubert in der Philharmonie

Greven Verlag Köln 2011

“Theorien haben mich nie interessiert. Nur Künstler!“, so Peter Busmann, der mit stoischer Überzeugung dafür gekämpft hat, dass der ursprünglich geplante Mehrzwecksaal des Museum Ludwigs Köln die neue Philharmoniebau im Herzen der Stadt wird. Heute nicht mehr auszudenken, was Köln ohne ihre Philharmonie wäre. Unter dem Titel „Im Herzen von Köln“ (Greven Verlag Köln) hat Busmann eine persönliche Dokumentation über die Entstehung dieses neuen Kulturraums in Köln herausgegeben. Sie enthält seine Zeichnungen und dokumentiert unter anderem auch den Kampf gegen das Tiefbauamt. 1986 ist die Kölner Philharmonie eingeweiht worden und bietet seitdem in ihrem amphitheatral gestalteten und durch eine Saalsonne erleuchteten Raum Musikdarbietungen ein unverwechselbares Forum. In diesem Jahr feiert Peter Busmann seinen 90. Geburtstag. Ebenso Vreneli Busmann, seit über 65 Jahren treue Wegbegleiterin an seiner Seite. Grund für Phiharmonie-Intendant Lowrens Langevoort, ihnen „in ihrem Haus“ ein Konzert zu schenken. Und Peter Busmann hat sich Schubert gewünscht. Als begeisterter Hobby-Cellist und Kammermusiker Streichquartette. Und hat vom Alinde Quartett als Höhepunkt des Konzerts sogar das Streichquintett in C-dur in einer berührenden Darbietung bekommen. (Von Sabine Weber) Dem Philharmonie­architekten Peter Busmann wird zum 90. gratuliert. Mit Schubert in der Philharmonie weiterlesen

Marie Jacquot feiert begeisterndes Debüt beim WDR Sinfonieorchester

Von 2019 bis 2022 war Marie Jacquot erste Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Bald wird die zweiunddreissigjährige Französin an die Königlichen Oper Kopenhagen gehen. Aber ersteinmal hat sie ihr Debüt beim WSO gefeiert. Und sowohl in ihrem Programm wie Dirigat exquisit Einblicke in die Beziehungsvielfalt der französischen und deutschen Musik des späten 19. Jahrhunderts gegeben. (Von Jukka Höhe, Foto: Werner Kmetitsch) Marie Jacquot feiert begeisterndes Debüt beim WDR Sinfonieorchester weiterlesen

75 Jahre WDR Sinfonieorchester und WDR Rundfunkchor! In der Kölner Philharmonie wird gefeiert!

Mehrmals an diesem Festkonzert-Abend wird daran erinnert, dass es ein Zeichen der Hoffnung war, in den Trümmern von Köln ein Rundfunkorchester, noch ohne Sendesaal, wieder spielen zu lassen. Die Trennung von WDR und NDR erfolgt erst 1956, das Kölner Rundfunksinfonieorchester spielt als Fraktion des NWDR-Orchesters aber schon seit 1947 auf. In Kinos, Zirkushallen, Gemeindesälen oder der Festhalle in Viersen, die den Krieg überstanden hat. 1951 dann im eigenen Sendesaal. 75 Jahre nach dem ersten Konzert – heute- in der Kölner Philharmonie unter seinem achten Chefdirigenten Cristian Măcelaru, der zur Veredelung des Abends – zuvor im Plenarsaal der Bezirksregierung noch mit dem Rumänischen Kulturverdienstorden geehrt wird. (Von Sabine Weber) 75 Jahre WDR Sinfonieorchester und WDR Rundfunkchor! In der Kölner Philharmonie wird gefeiert! weiterlesen

Der Deutsche Dirigentenpreis 2021 ist in der Kölner Philharmonie an den Belgier Martijn Dendievel gegangen

Die Dirigierzunft ist gerettet! Denn „es sei eine wahre Freude gewesen, sich mit den Bewerberinnen und Bewerbern zu beschäftigen.“ Markus Stenz, Vorsitzender der Jury des Deutschen Dirigentenpreises, spielt auf das Klasse-Niveau an. Eine Knochenarbeit muss es dennoch gewesen sein. Denn 274 Video-Bewerbungen aus 49 Nationen sind beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates eingegangen und mussten von der 11köpfigen Jury vorab gesichtet werden. Eine Besonderheit dieses hoch dotieren und seit 2017 international ausgeschriebenen Wettbewerbs: Oper und sinfonisches Repertoire werden gleichberechtigt in der Pflichtkür für die besten Nachwuchsdirigentinnen und -Dirigenten angesetzt. Und so waren vom 18. bis zum 23. Oktober auch die beiden Kölner Orchester im Einsatz. Das WDR Sinfonieorchester fürs Sinfonische und das Gürzenich-Orchester für die Opernszenen plus Mitglieder des jungen Opernstudios ergänzt von Sängern des Kölner Ensembles. 10 Bewerbungen aus 9 Nationen schafften es in die Aktivrunde, plus der zwei extra-nominierte Stipendiaten des Forums Dirigieren. Beide haben einen Preis abgeräumt. Schon die öffentlichen Probenphasen waren im Vergleich äußerst spannend. (Von Sabine Weber) Der Deutsche Dirigentenpreis 2021 ist in der Kölner Philharmonie an den Belgier Martijn Dendievel gegangen weiterlesen

Das WDR Sinfonieorchester meldet sich in der Kölner Philharmonie zurück! Und Chefdirigent Măcelaru wartet auf ein Wunder!

Gleich mit zwei Konzerten um 18 Uhr und 21 Uhr meldet sich das WDR Sinfonieorchester unter seinem Chefdirigenten Cristian Măcelaru zurück. Eigentlich hätte es ein Konzert mit der Chorfantasie op. 80 von Ludwig van Beethoven und das Klavierkonzert C-dur für Klavier und Orchester op. 39 mit einem Schlusschor werden sollen. Die zwei Konzerte um 18 und 21 Uhr füllten sich anders. Nicht groß besetzter Bombast ist das Gebot in Corona-Pandemie-Zeiten, sondern kleiner besetzte Werke. Repertoire, das im zumeist groß orchestrierten Konzertleben kaum zu finden ist. Für Cristian Măcelaru, seit 2019/20, also dieser Spielzeit, Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters, zählt jetzt vor allem die Chance, wieder Musik vor Publikum aufzuführen und Optimismus zu verbreiten, wie er in einem klassikfavori-Interview zwischen den beiden Konzerten erzählt. (Von Sabine Weber)

Das WDR Sinfonieorchester spielt wieder in der Kölner Philharmonie. Chefdirigent Cristian Macelaru ist optimistisch und hofft auf Wunder!
Das WDR Sinfonieorchester wieder in der Kölner Philharmonie vor Publikum! Foto: WDR

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KölnMusik eröffnet den Juni-Corona-Spielplan mit Anna Lucia Richter, Gerold Huber und zauberhafter Liedmelancholie!

Nach dem Testlauf mit dem Gürzenich-Orchester am 30. Mai durften dieses Mal 400 Zuhörer in die Kölner Philharmonie. Stimmungsvoll ausgeleuchtet bot sie den perfekten Rahmen für die Zauberwelten, die Anna Lucia Richter und ihr Liedbegleiter Gerold Huber heraufbeschworen. Drei Zauberwelten, um genau zu sein, und von einem zarten Schleier von Melancholie überzogen. Mit Liedern von Gustav Mahler, Hugo Wolff und Franz Schubert. (Von Sabine Weber)

Anna Lucia Richter und Gerold Huber beim ersten Liederabend in der Kölner Philharmonie seit Ausbruch der Corona-Pandemie
Nach 100 Tagen geschlossener Philharmonie: Anna Lucia Richter singt einen Liederabend in der Kölner Philharmonie. Gerold Huber begleitet am Klavier. Foto: Christian Palm

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Das Gürzenich-Orchester „first“ in der Kölner Philharmonie!

Wie schön, wieder in der Kölner Philharmonie zu sein! Und Gürzenich first! Nach dem Lockdown steht das erste Konzert dem städtischen Orchester in ihrer Konzertheimat irgendwie auch zu. Am 9. März hat sich das Gürzenich-Orchester das letzte Mal hier seinem Publikum präsentiert. 90 Tage später – eröffnet das Gürzenich sogar landesweit als erstes Orchester den Sinfoniebetrieb. (Siehe erstes Konzert in München nach Coronalockdown) Freilich in Kammerensemblebesetzung, vor nur 100 Zuschauern und unter Hygienebedingungen der besonderen Art. (Von Sabine Weber)
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Beethrifft das Gürzenich-Orchester und seine aktuelle Beethoven-Séance 2020: Ausschnitte aus Beethovens Werk im Fluss mit zeitgenössischer Avantgarde

(Foto: Holger Talinsky) Ein Beethoven-Akadamie-Revival also. Im April 1800 hat Ludwig van Beethoven seine erste Akademie im Wiener Hofburgtheater veranstaltet. Mit Ausschnitten aus seiner gerade erst fertig gestellten Ersten Sinfonie, seines Septetts, dazu eine Sinfonie von Mozart und Beethoven fantasierte dazu auch noch auf dem Klavier. Ein buntes zeitgenössisches Programm also. „Die interessanteste Akademie seit langer Zeit“ schreibt ein Rezensent, auch wenn in den Sinfonien alle Bläser doppelt besetzt zu der Streicherbesetzung als „Übergewicht“ moniert wurden. Riesig und gewichtig ist die Besetzung des Gürzenich-Orchesters bei seinem aktuellen Beitrag zum Beethovenjubiläum 2020 in allen Stimmgruppen. Acht Kontrabässe, acht Hörner, vierfaches Holz, inklusive einer Bassklarinette und jeweils vier Trompeten und Posaunen, eine über das gesamte hintere Halbrund verteilte Schlagwerkgruppe. Die Harfe fehlt auch nicht. Denn das Gürzenich-Orchester unter seinem Chef François-Xavier Roth verbindet Ausschnitte aus Beethoven-Sinfonien mit gewaltigen Neue-Musik-Klängen, mit Helmut Lachenmanns „Tableau“ für groß besetztes Orchester, mit „Photoptosis“ von Bernd Alois Zimmermann. Isabel Mundry und Francesco Filidei haben sogar im Auftrag für dieses Konzert komponiert. Aufgemischt mit Klavierklängen aus Beethovens 5. Klavierkonzert oder dessen Bagatellen, mit Pierre-Laurent Aimard als Solisten des Abends. (Von Sabine Weber) Beethrifft das Gürzenich-Orchester und seine aktuelle Beethoven-Séance 2020: Ausschnitte aus Beethovens Werk im Fluss mit zeitgenössischer Avantgarde weiterlesen

Die Junge Deutsche Philharmonie auf Herbsttournee gastiert in der Kölner Philharmonie und beeindruckt mit delikaten Spielfähigkeiten und Klangwucht

Endzeit! Das ist ein erstaunlich bedrückender Titel für ein Orchester, das vor Zukunftspotential nur so strotzt! Denn auf dem Podium der Kölner Philharmonie sitzen junge Musikerinnen und Musiker, die gute Chancen haben, demnächst die besten Orchester national und international zu füllen. Verstärkt durch das US amerikanische JACK Quartett und unter Jonathan Nott, seit 2014 künstlerischer Leiter und Erster Dirigent der Jungen Deutschen Philharmonie, widmen sie sich auf ihrer diesjährigen Herbsttournee Helmut Lachenmanns „Tanzsuite mit Deutschlandlied“ und der Tondichtung „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss. (Von Sabine Weber)

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