Mit der Gambe durch die Eifel ist in der Verlängerung und hat dieses Jahr auch schon zur Auftaktveranstaltung eine Schmiede angesteuert. Am 6. September 2026 geht es in eine ehemalige Militärkapelle. (Siehe Beitragsfoto) Nicht irgendeine, sondern in die ehemalige Militärkapelle St. Walburgis in der ehemaligen NS Ordensburg Vogelsang.
Grauer Bruchsteinklinker – Stahlbeton

Ordensburg, weil hier der NS-Elitenachwuchs ideologisch eingeschworen werden sollte. Wer, wie ich, zum ersten Mal das Tor durchfährt, der Ort nahe der belgischen Grenze gehört zu Schleiden, ist möglicherweise irritiert. Das Tor hat mich sofort an die berüchtigten KZ-Tore erinnert. Die beiden Reiter auf den Rumpftürmen rechts und links versinnbildlichen die angestrebte Weltherrschaft und reiten nach Westen und Osten. Auf dem Areal weit verstreut Kameradschaftbaracken und Hunderschaftshäuser, sowie gigantische Kasernenbauten. Die meisten Gebäude sind in grauem Bruchsteinklinker, dahinter harte Stalbetonwände… Alles mit herrlichem Ausblick in die Natur. Bis zu 5000 Menschen konnten hier untergebracht werden und aufmarschieren, wie das dort eingerichtete und sehenswerte NS-Dokumentationszentrum unter anderem zeigt. Wer hierhinkommt, setzt sich mit der Vergangenheit auseinander.

Die Militärkapelle – Ein ehemaliges Waffenlager
Direkt hinter dem Tor rechts im Malakoffgebäude befindet sich die ehemalige Kapelle. Die Belgier übernahmen Vogelsang 1950 von den Briten. Sie richteten einen Truppenübungsplatz ein, übernahmen auch das nahegelegene Wollseifen, den Eifelort, den die Briten 1949 enteignet und bereits zerstört hatten, und richteten die Militärkapelle in einem ehemaligen Waffenlager ein.
„Verleih uns Freundschaft ewiglich“
Worauf wir, Ensemble favori, uns in diesem Fall eingelassen haben, wird sich unter dem Titel „Verleih uns Freundschaft ewiglich“ in dieser Kapelle am 6. September zeigen und hören lassen. Mit dabei Andreas Züll, Schriftsteller, Dichter und Nachfahre von aus Wollseifen vertriebenen Eifelern. Vor dem Konzert sind die Konzertbesucher zu einer Wanderung nach Wollseifen eingeladen. Sie wird vom Naturschutzhaus Eifel-Ardennen (NABEAR) organisiert. Luc Bruyland, ein ehemalig in Vogelsang stationierter Soldat, wird sie übernehmen. Er ist einer von – man könnte sagen – zwei guten Geistern hier in Vogelsang, die ich vor Ort im dortigen Panorama-Restaurant getroffen und gesprochen habe. Denn über die ehemalige Militärkapelle ist im Netz nichts zu finden…
Nachzuhören in folgendem podcast favori. Und ich habe auch erfahren, dass man diesen Ort lieben kann…
Reservierung für die Wanderung und das Konzert am 6. September unter ticket@favori.de; Mehr infos zu Mit der Gambe durch die Eifel unter www.favori.de