(14. Mai 2026, Schlosserei Köb, Hüngersdorf) Gambe und Renaissancelaute passen zu Eisen und in diese Eifeler Schmiede!

Beim Auftaktkonzert „Mit der Gambe durch die Eifel“ in der Schlosserei und Schmiede Köb in Hüngersdorf/Blankenheim saß das Publikum vor Stahlträgern und um einen Amboss herum. Und auch die Kräuterwanderer, die zuvor mit den Eifeler Kräuterwelten unterwegs im Lampertstal unter anderem Pilgerkräuter zur Linderung von Fußblasen erkundeten, ließen sich in das ungewohnte andere Ambiente fallen. Selbst aus Hamburg und Hannover haben Zuhörer hierhin gefunden.
Konzertdebüt in der Schmiede
In dieser Schmiede hat noch nie ein Konzert stattgefunden. Die Akustik war perfekt, jedenfalls für die Werke des Frühbarock von Diego Ortiz, Girolamo Kapsberger, John Dowland oder Christopher Simpson, die Ensemble favori (Christoph Barth, Renaissanclaute und Chitarone, Hildegard Meier, Schauspiel, Reziation, sowie Sabine Weber, Viola da gamba und Projektinitiatorin) präsentierte. Stefan Pütz, ein Urgestein unter den Eifeler Schmiede, war geladener Ehrengast.

Mythos Schmied – Mythos Klang
Bei ihm ist der aktuelle Kölner Domschmied in die Eifeler Lehre gegangen. Und der inzwischen 77jährige Trenge Steff wie Pütz in seinem Heimatdorf Sistig genannt wird, hat auch einiges für den Kölner Dom geschmiedet. In Hüngersdorf lauschte er der zartbesaiteten Musik. Und zwischen der Musik den Wortbeiträgen, in denen sich alles um den Mythos des Schmiedens drehte, unter anderem um eine Schmiedekaste in Afrika oder um Pythagoras und die klingenden Hammerschläge in einer antiken Schmiede, die zur Entdeckung der harmonischen Zahlenverhältnisse führte und letzendlich die Musikwissenschaft begründete. Pütz ergriff bewegt das Wort und sprach nach dem Konzert ein Schlusswort, das keinen kalt ließ. An diesem Abend trafen wirklich Musik, Mensch und ein erfülltes Handwerkerleben zusammen. Zufällig war noch ein Mikro online, leider zu weit weg und falsch ausgerichtet. Aber des Schmiedes Wort verweist die Aufnahmequalität auf den nachgeordneten Platz. Wer es nachhören will – hier kommt es…
