(31. Mai 2026, Erlöserkapelle Mirbach) Zum zweiten Mal gastiert Ensemble favori in der seiner Glasmosaik-Ornamente wegen überwältigenden Erlöserkapelle in Mirbach. Christian von Mirbach, Nachfahre des Bauherrn Ernst von Mirbach, begrüßte das Publikum in dem „Eifeldom“, wie die Erlöserkapelle von den Eifelern bewundernd genannt wird. Die den Kirchenraum füllenden mehr als 50 Zuhörerinnen und Zuhörer waren aber nicht nur aus der Eifel angereist. Auch aus Siegburg und Köln hatten sie hierher gefunden. Sie ließen zur Musik die Blicke über die Steinvariationen gleiten. (Von Sabine Weber) Mit der Gambe durch die Eifel – im „Eifeldom“ Mirbach weiterlesen
Schlagwortarchiv: Marin Marais
Sanftmut und Melancholie. Kaori Uemura offenbart die Seele der Viola da gamba
イ ist der Mensch und 憂 bedeutet in Melancholie versunken. In der japanisch-chinesischen Kanji-Kaligraphie zusammengesetzt (wie das englische „You“ ausgesprochen) bedeuten sie Milde und Sanftmut oder Freundlichkeit. 優ist also ein ästhetisches und ein beseeltes Zeichen zugleich. Und ist das Markenzeichen von Kaori Uemuras erster solistisch eingespielter CD. Sie erscheint Anfang Februar beim Label RAMÉE. Und sie ist mit derart seelenvoll gespielter Musik gefüllt, dass frau – selbst Gambistin – darnieder knien möchte. Für das Verständnis der großartigen Gambenmusik eines Tobias Hume, Vater und Sohn Sainte-Colombe, Marin Marais, Carl Friedrich Abel oder Georg Philipp Telemann ist keine Kaligraphie von Nöten. Aber das Zeichen bringt doch zum Ausdruck, was den Charakter oder den Seelenklang der Viola da gamba ausmacht. Jedenfalls, wenn man so spielt wie Kaori Uemura. Ein Hauch Melancholie ist natürlich mit im Spiel. (Von Sabine Weber)

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Eine Ersteinspielung von Boismortiers Sonates à deux violes und eine neue Marais-Einspielung von Johanna Rose bereichert die Gambenszene

Joseph Bodin de Boismortiers klangvolle Bassgamben-Duos op. 10 stehen sicherlich bei vielen Hobby-Gambisten schon lange im Schrank, wurden sie doch bereits 1975 bei Heugel & Cie in Paris in einem modernen Notendruck herausgebracht. Erstmals wurden sie 1725 zu Paris gedruckt. Und gehörten zu einer Fülle an Werken für zwei Melodieinstrumenten, mit denen Boismortiers die Musik-Amateure à la Mode in Paris am laufenden Band beliefert. Über 50 Sammlungen zu sechs Sonaten, Suiten oder Divers Pièces sind es um 1729, die mit königlichem Privileg gedruckt zu erwerben in Kleinschrift aufgelistet angepriesen werden. Boismortier schrieb – aus heutiger Sicht – für alle, die Flûte traversière, Blockflöte, Violine, Oboe, Basse de viole, Violoncelle oder was auch immer im Hausgebrauch zur Unterhaltung erklingen lassen wollten. Und auch schon einmal mehrstimmig, nur nicht zu schwer gesetzt durfte es sein.