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Offenbachs Schöne Helena ist in Hagen äußerst verführerisch!

(Titelbild: Anton Kuzenok, Paris, Angela Davis, Helena. Foto: Björn Hickmann) Zu allererst muss aber das 9-Euro-Ticket erwähnt werden! Nach Corona-bedingtem Ausbleiben des Publikums ist das Theater Hagen in die Bresche geschlagen und hat ein 9-Euro-Ticket für drei Monate und alle Veranstaltungen eingeführt. Über 2300 Tickets sind ab Oktober verkauft worden. Es sei auch schon geäußert worden, dass Vorstellungen so gut gefallen hätten, dass ein Wiederkommen geplant sei, auch zum regulären Preis! Was für ein Erfolg! Offenbachs „Schöne Helena“ – in deutscher Sprache – war natürlich auch sehr gut besucht. Die Stimmung von vornherein in dem sympathischen Theater bestens, und Intendant Francis Hüsers Ansage noch vor dem geschlossenen roten Vorhang, dass nämlich die Hälfte des Chores wegen Krankheitsfällen nur auf der Bühne stehen könne, konnte diesem Abend nichts anhaben! (Von Sabine Weber) Offenbachs Schöne Helena ist in Hagen äußerst verführerisch! weiterlesen

Leichtsinn ist Parole – aber nicht ohne Tiefsinn! Lehàrs Graf von Luxemburg bezaubert in Hagen in einer charmanten Inszenierung

Operette ist wieder da! Könnte man meinen. Jacques Offenbachs Opéra Bouffes sind in seinem Jubiläumsjahr natürlich auf die Spielpläne zurück gekehrt. Nicht in dem Maß, wie man sich das vielleicht erhofft hätte. Aber immerhin: in seiner Geburtsstadt Köln mit der Fürstin von Gerolstein” und der Wiederentdeckung von „Barkouf”, demnächst wird es in Wuppertal und Krefeld-Mönchengladbach neue Inszenierungen von „Orphée aux enfers” geben. Ob Offenbach Mut zu mehr gemacht hat? Im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier hat man sich an Paul Linckes Berliner Mollenmilljö-Stück „Frau Luna” gewagt, das derzeit zu erleben ist. Regisseur Bernhard Stengel versetzt die Mondreisesüchtigen ins Berliner Computernerd-Millieu. Mit 3D-Virtual-Reality-Brillen auf der Nase fachsimpeln sie derart echt, dass das eher ältere Publikum im kleinen Haus mit den Dialogen seine Mühe haben dürfte. Die auf eine Zwanziger-Jahre-Jazz-Kombo zugeschnittenen Arrangements von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger brauchen daher etwas, um zu zünden! Franz Lehàrs „Die lustige Witwe” oder sein „Graf von Luxemburg” sind nie so ganz von den Bühnen verschwunden. Da gibt es einfach zu viel anspruchsvolles Gesangsangebot mit großem Schmelz, Herzschmerz, Witz und Walzer! Dazu große glänzende Orchesterzulagen! Darin unterscheidet sich die Wiener von der Berliner Operette. Aber die Operette kann ja auch ganz generell etwas, was der Oper nicht so leicht fällt: Zwänge sinnfällig verfremden mit ordentlich musikalischem Neigungsklisschee, so Volker Klotz in seinem Operettenkompendium. Und sie übt Lachzwang aus. Wie das auf hohem Niveau geht, ist derzeit am Theater Hagen zu erleben. (Von Sabine Weber)

Kenneth Mattice als schmollender Graf. Foto: Klaus Lefebvre
Kenneth Mattice als schmollender Graf. Foto: Klaus Lefebvre

Leichtsinn ist Parole – aber nicht ohne Tiefsinn! Lehàrs Graf von Luxemburg bezaubert in Hagen in einer charmanten Inszenierung weiterlesen